Nationalrat Ulrich Giezendanner zur dritten Gubrist-Röhre «Gebt den Einsprechern, was sie wollen!»

  • Publiziert: 07.05.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Thomas Ley

Der Stau am Gubrist: SVP-Nationalrat und Camionneur Ulrich Giezendanner ist zu allen Konzessionen bereit — wenn nur die dritte Tunnelröhre schnell kommt.

Blick: Herr Giezendanner, wie läuft es Ihren Lastwagen?
Ulrich Giezendanner:
: Die würden sich freuen über die neue Zürcher Westumfahrung – wenn sie fahren könnten.

Aber das war doch der Deal: eine Umfahrung für den Transitverkehr — dafür eine Entlastung der Zürcher
Quartiere.

Das sind die Ideen von Stadtzürcher Schreibtischtätern. Die Anwohner dieser Quartiere werden sich kaum entlastet vorkommen. Und alle anderen haben Stau.

Das war doch der Denkfehler: Dank Umfahrung staut sich der Verkehr nun im Gubristtunnel.
Das war doch schon vorher so. Es ist jetzt halt noch schlimmer. Die Lösung ist die dritte Gubrist-Röhre. Zum Glück geben Bund und Kanton dafür ja grünes Licht.

Dafür gibts jetzt über 100 Einsprachen. Vor allem aus Weiningen am westlichen Tunnelende.
Sie fordern wohl alle eine Überdachung des Portals. Das ist doch nachvollziehbar.

Wie bitte? Ulrich Giezendanner, der Camionneur, setzt sich für Lärmschutzverbauungen ein? Wohl nur, weil das Weinland ein SVP-Stammland ist, oder?
Stimmt, das sind vernünftige Leute. Mit denen kann man reden. Der Bund sollte darum sofort auf die Gemeinden im Limmattal zugehen und das Gespräch suchen. Dafür würde ich mich jederzeit als Vermittler zur Verfügung stellen.

Nochmal: Sie kämpfen für Umweltschutzmassnahmen?
Warum nicht? Das tat ich doch schon am Baregg – als man dort die dritte Röhre in Angriff nahm.

Sie würden also Ihren Baregg als Vorbild anpreisen?
Ja, meinen Baregg. 1989 reichte ich im kantonalen Grossrat die erste Motion für eine dritte Baregg-Röhre ein. Und heute ist sie ein Grosserfolg.

Die Anwohner wollten auch damals Lärmschutzmassnahmen.
Und sie kriegten sie. Zahlreiche und harte Umweltschutzmassnahmen. Und wissen Sie was? Auch ich finde, dass die Überbauungen ganz gut herausgekommen sind.

Für dritte Tunnelröhren würden Sie alles tun, nicht?
Sie sind nötig. Und eine Überbauung, die stark genug ist, dass man auf ihr sogar etwas bauen kann, ist gar nicht so viel teurer.

play Nationalrat Ulrich Giezendanner. (RDB)