Flughafenchef Thomas Kern «Nacktscanner dienen der Komfortsteigerung»

Wer durch den Scanner geht, brauche die Taschen nicht mehr zu leeren und müsse auch Schuhe und Gürtel nicht ausziehen, findet der CEO des Flughafens Kloten.

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Herr Kern, wann werden in Zürich Nacktscanner eingeführt?
Thomas Kern:
Sobald die Bodyscanner technisch so weit ausgereift sind, dass sie das erhöhte Sicherheitsbedürfnis befriedigen und gleichzeitig den Persönlichkeitsschutz sicherstellen.

Sind Sie persönlich dafür?
Ja. Für die Passagiere gibt das eine Komfortsteigerung: Wer durch den Bodyscanner geht, muss nicht mehr alle Taschen leeren und Jacke, Gürtel und Schuhe ausziehen.

Wie hoch sind die Kosten für die Sicherheit?
Die Kosten für Sicherheitsmassnahmen betragen weit über 100 Millionen Franken im Jahr.

Wer bezahlt das?
Heute zahlt das der Flughafen und refinanziert sich grösstenteils über die Gebühren. Aber wir möchten die Kosten für Pass- und Sicherheitskontrollen auf den Staat überwälzen.

Wie viel Zeit für die Sicherheitschecks halten Sie für zumutbar?
Mit der Kantonspolizei und den anderen Sicherheitsinstituten ist vertraglich abgemacht, dass die Wartezeit bei der Sicherheitskontrolle maximal zehn Minuten dauert.

Mir erscheint das jeweils länger.
Wir messen das täglich. Meist dauert es weniger lang, manchmal länger. Aber schliesslich geht es um die Sicherheit der Passagiere.

Warum muss ich denn drei Stunden vor dem Abflug in die USA schon auf dem Flughafen sein?
Seit dem vereitelten Anschlag von Detroit gelten für die USA erhöhte Sicherheitsbestimmungen, die die Airlines umsetzen und dafür Zeit brauchen.

Das ist doch eine Zumutung.
Für einen langen Flug in die USA ist das sicher zumutbar. Aber im Europaverkehr würden die Passagiere wohl auf den Zug umsteigen, wenn der Zeitbedarf zu hoch wird.

Bis 2020 rechnet der Bund mit 30 Millionen Passagieren in Zürich. Hat der Flughafen die Kapazität?
In den Terminalbereichen bestehen genügend Reserven. Nicht aber beim Pistensystem und der Anzahl Flugbewegungen pro Stunde. Hier wird der Flughafen die prognostizierte Nachfrage nicht erfüllen können.

Was ist die Lösung?
Die einzige Möglichkeit wäre eine Parallelpiste gewesen. Die raumplanerische Sicherung hat der Bund 2008 aber abgelehnt. Für unsere Generation ist das Thema erledigt. Wenn der Leidensdruck gross genug wird, kann die nächste Generation einen neuen Anlauf nehmen.

Publiziert am 31.01.2010 | Aktualisiert am 03.01.2012
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