play
Auch am Zürichsee suchen die Gauner ihre Opfer aus.
(Keystone)ZÜRICH - Es sind wieder viele Gauner unterwegs, die auf die Mitleidstour «Spenden» sammeln.
Ich bin taubstumm, bitte spenden Sie Geld», steht auf dem Blatt Papier, das ein Mann dem Pärchen am See entgegenstreckt. Dazu zeigt er ein schlecht kopiertes «Zertifikat» des Schweizerischen Gehörlosenbundes. Als die beiden ablehnend den Kopf schütteln, geht der Mann zu seiner Komplizin – und spricht mit ihr.
Solche Szenen spielen sich in Zürich zurzeit ständig ab: «In den vergangenen Wochen haben wieder mehr solche Betrüger um Geld gebettelt», sagt Stadtpolizei-Sprecherin Judith Hödl. Die vermeintlichen Taubstummen kommen hauptsächlich aus Osteuropa.
Wenn jemand für eine Organisation auf der Strasse Spenden sammle, brauche es eine Bewilligung der Stadtpolizei. Diese solle man sich zeigen lassen. Hödl rät der Bevölkerung, auf jeden Fall misstrauisch zu sein. «Im Zweifelsfall spendet man besser nichts.»
Der Schweizerische Gehörlosenbund ist ob diesen Betrügereien schwer genervt. «Unser Ruf steht auf dem Spiel. Das ist für uns sehr schädlich», sagt Mediensprecherin Antonia D’Orio. Mehrmals habe man schon Anzeige erstattet. Trotzdem nähmen die Fälle zu. «Ich bedaure jene, welche den Betrügern Geld geben.»
D’Orio stellt klar, dass der Schweizerische Gehörlosenbund nie Bargeld sammelt. «Leute, die in unserem Namen nach Bargeld fragen, sind in jedem Fall Betrüger.» Zudem seien bei Standaktionen des Schweizerischen Gehörlosenbundes nur normal Hörende im Einsatz. Diese würden professionelle Unterlagen verteilen und seien auch an ihrer Uniform erkennbar.
Beliebteste Kommentare
Alle Kommentare (25)