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Der Motorrad-Club Hells Angels steht im Visier der Bundesanwaltschaft. Der Vorwurf: Sie seien eine kriminelle Organisation, die im grossen Stil den Drogen- und Frauenhandel in der Schweiz kontrolliere.
In diesen Tagen wird der Bericht der Untersuchungsbehörden erwartet. Alles deutet auf einen Schlag ins Wasser hin, meint die «Rundschau» zu wissen. Dabei wurden die Ermittlungen in grossem Stil geführt: Verwanzte Wohnungen, angezapfte Telefone – an einer Razzia waren gar 300 Polizisten beteiligt.
«Man hat Tausende von Stunden Bild- und Tonmaterial gesammelt. Das Ergebnis ist schäbig bis nichts», sagt Hells-Angels-Anwalt Valentin Landmann gegenüber der «Rundschau». Nach der Sichtung von 8000 Stunden Überwachungsmaterial könnten die Beamten jetzt wahrscheinlich zeigen, dass die Hells Angels in Hanfgeschäften in kleinerem Umfang verwickelt seien. Mehr nicht. «Jede kantonale Staatsanwaltschaft hätte das innerhalb von drei Monaten geschafft», so Landmann weiter.
Die Sendung hatte Einsicht in ein internes Papier der Bundesanwaltschaft. Konkret wird ein Hells Angels beschuldigt, die Prostitution zu fördern, weil er Frauen auf Kredit Schmuck verkaufte. Er würde die Frauen damit in finanzieller Abhängigkeit halten und sie zur Prostitution zwingen.
Die Hells Angels sind noch immer sauer auf die Bundesanwaltschaft. Bei der Razzia vor sechs Jahren beschlagnahmte die Polizei unter anderem zahlreiche Motorräder und andere Gegenstände im Wert von mehreren hunderttausend Franken. Die Motorräder stehen auch heute noch immer unter Verschluss.
Interne Quellen, die nicht genannt werden wollen, sprechen von einem Fiasko. Die schiere Datenmenge der Voruntersuchung der Hells Angels erlaube es kaum, den Fall vernünftig aufzuarbeiten. (num)