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Experte: Sie ritzte sich selbst!

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ZÜRICH – Heute informierte die Polizei im Ritz-Fall um die Brasilianerin Paula O. (26). Und deckte auf: Die Schwangerschaft war eine Lüge. Und auch die Verletzungen dürfte sich die Frau selbst zugefügt haben.

Wie die Zürcher Behörden heute an einer Medienkonferenz mitteilten, war das angebliche Ritz-Opfer Paula O. nicht mit Zwillingen schwanger und erlitt folglich auch keine Fehlgeburt. Das hätten Untersuchungen der Zürcher Universitätsklinik für Gynäkologie ergeben.

Auch die Version mit den Neonazis, welche die Brasilianerin angeblich beim Zürcher Bahnhof Stettbach überfallen und geritzt haben sollen, widerlegt ein Experte.

Denn die Schnitte am Körper der Brasilianerin sind nur oberflächlich, gleichmässig tief und langgezogen. Und ausserdem nicht an empfindlichen Stellen wie Brustwarzen, Bauchnabel oder Genitalien. Zudem befinden sie sich alle an Stellen, die Paula O. selbst erreichen kann.

Das Risiko einer Fehlinterpretation bestehe. Aber «der erfahrene Rechtsmediziner wird nicht zögern, bei einem solchen Befundbild davon auszugehen, dass hier eine Selbsthandlung ganz im Vordergrund steht», sagte Walter Bär vom Institut für Rechtsmedizin der Uni Zürich an der Medienkonferenz.

Unfassende Ermittlungen gehen weiter

Aufgrund der verbleibenden Zweifel will die Polizei nach wie vor in alle Richtungen ermitteln. «Wir ermitteln umfassend und in einem Radius von 360 Grad», sagte Polizeikommandant Philipp Hotzenköcherle.

Die Aufnahmen der Viedoüberwachung am Bahnhof Stettbach habe die Polizei nicht auswerten können. Laut Hotzenköcherle werden die Livebilder der Kameras nicht gespeichert.

Die Brasilianerin befindet sich weiterhin in Spitalpflege. Angehörige kümmern sich um sie. In Brasilien hatte der Fall grosses Aufsehen erregt. (num/noo)

Lüge: keine Zwillinge, keine Neonazis