Er tötete Sohn Florian (†4) im Hotelzimmer Gustav G. (66) wird nicht verwahrt

WINTERTHUR - ZH - Weil der 66-jährige Gustav G. seinen Sohn Florian erstickte, muss er 18 Jahre ins Gefängnis. Verwahrt wird er allerdings nicht.

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Vor bald sechs Jahren tötete Gustav G.* seinen kleinen Sohn Florian (†4). Das Bezirksgericht Winterthur hatte ihn deshalb im August 2013 wegen Mordes zu 18 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Von einer Verwahrung sah das Gericht allerdings ab.

Zu alt für einen Rückfall

Es stützte sich dabei auf den Gutachter ab. Dieser kam zum Schluss, dass der Beschuldigte psychisch nicht erreichbar und einer Therapie nicht zugänglich sei. Andererseits spreche das bereits fortgeschrittene Alter gegen eine Rückfallgefahr. Wenn er in frühestens zwölf Jahren entlassen würde, wäre er bereits 79 Jahre alt. Das Risiko neuer schwerer Straftaten sei damit gering.

Das Obergericht kommt nun zum gleichen Schluss und bestätigt das Urteil der ersten Instanz. Auch das Obergericht hält einen Rückfall für wenig wahrscheinlich und lehnt die von der Anklage geforderte Verwahrung ab. Es sei unwahrscheinlich, dass der Beschuldigte nach Verbüssung seiner Freiheitsstrafe wieder in eine vergleichbare familiäre Situation - ein Trennung - komme und zu einem Kind eine enge Beziehung habe.

Staatsanwalt Pascal Gossner hatte stets die grosse Verwahrung gefordert. Er warnte vor der erheblichen Rückfallgefahr. Die Schuldfähigkeit von Gustav G. sei höchstens leicht vermindert gewesen. Die Tat hatte er schliesslich zuvor unter anderem in Briefen angekündigt, in denen er recht unverblümt die Tötung des Kindes ankündigte, damit dessen Mutter sich nicht mit ihm ins Ausland absetzen könne.

Sohn in Hotelzimmer betäubt und erwürgt

Gustav G. war am 26. Februar 2010 mit seinem Sohn - am Tag vor dessen fünftem Geburtstag - von Bonstetten ZH nach Winterthur gefahren. Dort mietete er ein Hotelzimmer für sie beide. In einem Glas Süssmost löste er mehrere Schlaftabletten auf und gab das Gemisch dem Buben zu trinken. Nachdem dieser im Tiefschlaf lag, erstickte der Vater ihn mit einem Kissen.

Florian (†4) wurde von seinem Vater getötet. play

Florian (†4) wurde von seinem Vater getötet.

ZVG/Philippe Rossier

Auch er selbst schluckte einige Tabletten. Doch die Hotelangestellten verhinderten den Suizid. Seit dem Tattag ist der Mann inhaftiert. Seit über zwei Jahren ist er im vorzeitigen Strafvollzug.

Schon vor zwanzig Jahren wollte Gustav G. seinen ersten Sohn töten. Am Hochstuckli würgte der Buchhalter den damals 13-jährigen Reto und warf ihn in ein Tobel. Mit schweren Lähmungen an Armen und Beinen überlebte Reto. (ct/sas/SDA)

Publiziert am 20.01.2016 | Aktualisiert am 20.01.2016
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16 Kommentare
  • Rolf  Gurtner aus Münsingen
    20.01.2016
    Diese Richter haben Gottvertrauen! Auch mit 79 kann der Typ jemanden vergiften oder andere Weise töten. So ein Schwachsinn! Der ist ein Wiederholungstäter und hatte somit seine Chancen. Und ist erst noch Therapieresistent. Auf gut Deutsch unbelehrbar! Wie unsere Richter...
  • Friedrich  Fritz aus Genève
    20.01.2016
    Der Mann könnte doch bei den Verantwortlichen des Obergerichts als Babysitter angestellt werden, oder ?
  • andré  schaerer aus lenzburg
    20.01.2016
    Die Urteile werden generell immer Verantwortungsloser, darum braucht es für die Kriminellen, die Durchsetzungsinitiative.
  • Roger  Käser 20.01.2016
    Ja liebes Gericht. Er hats ja schliesslich nur zwemal getan. Also was solls. Jeder hat doch eine dritte, vierte oder auch mehr Chancen verdient nicht wahr? Wo liegt das Problem?
  • Jack   Hammer aus Rütli
    20.01.2016
    Soll im Knast modern bis er den Löffel abgibt . Und zwar nicht mit Fernseher und schöner Aussicht . Einzelhaft bis zum Ende, was sonst hat dieser Typ verdient ?