Er erfand den Dampfkochtopf Pfannen-Fabrikant Kuhn aus Rikon gestorben

RIKON ZH - Sein Name findet sich fast in jeder Schweizer Küche - eingestanzt auf dem Pfannenboden. Nun ist Jacques Kuhn (97) tot.

Pfannen-Fabrikant mit spiritueller Ader: Jacques Kuhn, Erfinder des Duromatic Kochtopfs, aufgenommen am 13. März 2014 in der Fabrik in Rikon, Kanton Zürich. play

Pfannen-Fabrikant mit spiritueller Ader: Jacques Kuhn, Erfinder des Duromatic Kochtopfs, aufgenommen am 13. März 2014 in der Fabrik in Rikon, Kanton Zürich.

Keystone/René Ruis

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Der frühere Leiter der Tösstaler Pfannenfabrik Kuhn Rikon ist im Alter von 97 Jahren gestorben: Jacques Kuhn erfand den modernen Schnellkochtopf «Duromatic», ermöglichte das Tibet-Institut in Rikon und debütierte als über 90-Jähriger als Krimiautor.

Jacques Kuhn leitete Kuhn Rikon im Zürcher Tösstal während mehr als vier Jahrzehnten. 1984 zog er sich aus dem Familienunternehmen zurück. Doch auch danach habe er mitverfolgt, wie es in der Fabrik laufe: Von seinem einfachen Wohnhaus aus habe er gehört, ob und in welchem Takt die Pressen arbeiteten, heisst es in einem Nachruf in der Zeitung «Der Landbote».

Dem Patron sei nicht nur das Unternehmerische und Wirtschaftliche wichtig gewesen, sondern auch seine soziale Verantwortung als Fabrikant, steht in einer Todesanzeige, die am Freitag in verschiedenen Medien erschien.

Das zeigte sich unter anderem auch in seinem Engagement für die tibetische Gemeinschaft. In den 1960er-Jahren, als das Rote Kreuz für tibetische Flüchtlinge einen Ort suchte, stellte Jacques Kuhn mit seinem Bruder Henri Arbeitsplätze und Firmenwohnungen zur Verfügung.

Erstes vom Dalai Lama geweihtes Kloster in Europa

Um die Flüchtlinge unterstützen zu können, gründeten die Brüder auch eine Stiftung und brachten Geld und ein Grundstück ein. 1968 konnte dann im Tösstal das Tibet-Institut eingeweiht werden, das erste vom Dalai Lama geweihte Kloster in Europa. Dieses dient noch immer als geistiges und kulturelles Zentrum für Exil-Tibeter in der Schweiz und aus dem nahen Ausland.

Der Dalai Lama herzt Jacques Kuhn 2013 bei einem seiner Besuche im Tibet-Institut Rikon ZH. play
Dank des Dalai Lama: Jacques Kuhn gründete das Tibet-Kloster in Rikon. dalailama.com

Jacques Kuhn, der noch im vergangenen Herbst an einem Firmenjubiläum eine Rede hielt, trat als über 90-Jähriger auch als Autor in Erscheinung: Gemeinsam mit seiner Frau Roswitha schrieb er drei Tösstal-Krimis. Am 30. Dezember 2016 ist Jacques Kuhn nach einem kurzen Spitalaufenthalt ruhig eingeschlafen. Ein Tag nach Radlegende Ferdy Kübler, der ebenfalls 97 Jahre alt wurde. (SDA/bö)

Publiziert am 06.01.2017 | Aktualisiert am 06.01.2017
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8 Kommentare
  • Max   Meier 06.01.2017
    ER war ein Held! Solche Unternehmer sterben aus - dies sind die wahren Wirtschaftshelden, nicht diese Plauderies aus St. Gallen, welche sich in Banken und Versicherungen Krotenbreit machen und die Gesellschaft zerstören! RIP!
  • Köbi  Keller aus Seon
    06.01.2017
    Von solchen Grössen wie Kuhn einer war, sind heutige CEOs und sog "Manager" um Lichtjahre entfernt. Da täuscht auch eine teure Karre und Anzug nicht drüber hinweg. R.I.P.
  • Noldi  Schwarz 06.01.2017
    Kuhn Rikon Pfannen müssten eigentlich in der Schweiz Pflicht sein. Mit dem System Durotherm von Kuhn Rikon lässt sich beim Kochen enorm Strom sparen. Und die Pfannen kauft man vielleicht ein maximal zwei Mal im Leben. Teuer, aber hervorragende Qualität.
  • Thomas  Zürcher 06.01.2017
    Tolle Erfindung von Herrn Kuhn.Ich benütze Kuhn Rikon Pfannen seit Jahrzehnten mit grösster Zufriedenheit. Die langlebigen Qualitätspfannen haben ihren Preis aber er ist es wert.Herr Kuhn ist von uns gegangen aber seine Pfannen leben weiter.Mein herzliches Beileid den Angehörigen.
  • Dracomir  Pires aus Bern
    06.01.2017
    Sehr schade, dass Kuhn Rikon auch in China produziert. Sind die Arbeiter und die Arbeitsplätze im eigenen Land zu teuer? Wie auch immer, ich kaufe niemals Produkte made in China oder der Türkei.
    • Goran   Ilic aus Liestal
      06.01.2017
      Ich glaube man muss unterscheiden zwischen "Swiss Design" und "Swiss made". Pfannen mit dem Siegel "Swiss Design" werden in China produziert und das Design wird einfach in der CH entworfen und bei "Swiss made"-Pfannen wird alles in der Schweiz produziert. Bei "Swiss Design"-Pfannen hat man 2 Jahre Garantie und bei den "Swiss made"-Pfannen hat man 10 Jahre Garantie.
    • Vada  Morgana 06.01.2017
      Herr Ilic hat recht. Nicht jeder will Qualitätspfannen kaufen. Mit der Produktion in China wird Kuhn Rikon auch denjenigen gerecht, welche günstigere Pfannen kaufen möchten. Klar, dass dann auch weniger Leistung dahintersteckt (siehe Garantieansprüche). Bei anderen Herstellern kann ich nicht wählen, da gibts nur Chinaware.
    • werner  widmer aus russikon
      06.01.2017
      Ich meinte auch wie G. Ilic. Kuhn nimmt waren aus China ab, weil Kuhn eine mehrfaches von seinen Pfannen nach China liefert! Bei Kuhn Waren aus China steht nie Swiss oder so drauf. Soviel ich weiss hat Kuhn keine Fabrik in China sondern die Chinesen produzieren mit seiner Marke.