Dignitas: Sterben mit dem Helium-Sack!

  • Publiziert: 18.03.2008, Aktualisiert: 03.01.2012
play ... war einfach zuviel für die Bewohner der Liegenschaft in Schwerzenbach ZH. (Philippe Rossier)

ZÜRICH – Die Sterbehilfe-Firma Dignitas mit ihrem Chef Ludwig A. Minelli denkt sich immer neue Selbstmord-Methoden aus: seit kurzem den Plastiksack mit Helium. Schon vier Fälle gabs mit dieser Methode!

Das funktioniert so: Suizid-Willige müssen sich einen mit Helium gefüllten Plastiksack über den Kopf stülpen. Daran ersticken sie dann. Das ganze Prozedere nehmen die Vertreter von Dignitas auf Video auf und schicken dies als Beleg der Staatsanwaltschaft. Das meldet das DRS-Regionaljournal.

Das Ganze ist nichts für zarte Gemüter. Der Zürcher Oberstaatsanwalt Andreas Brunner hat schon einiges gesehen in seiner Karriere. Aber diese Bilder seien «fast nicht zumutbar», sagt er. Schrecklich: In ihrem Todeskampf bewegen sich die Sterbenden zuckend «mehrere Minuten» lang!

Jürg Vollenweider, stellvertretender Leitender Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft Zürich Oberland, gab am Dienstag Auskunft an Stelle des abwesenden Brunner: Zum erstenmal habe Dignitas am 18. Februar zum neuen Mittel gegriffen. Seither seien seines Wissens vier Fälle vorgekommen.

Dignitas hebelt ärztliche Kontrolle aus

Mit der Anwendung dieser neuen Methode hebelt die Sterbehilfeorganisation Dignitas die ärztliche Kontrolle aus. Das bis anhin verwendete Medikament Natriumpentobarbital ist laut Brunner das geeignetere Sterbemittel. Dafür ist allerdings ein ärztliches Rezept nötig.

Es sei nötig, dass nun endlich ein griffiges Sterbehilfe-Gesetz erlassen werde, fordert Brunner. Es gehe nicht um ein Verbot des Sterbetourismus, sondern um klare Regeln. (SDA/snx)