Keine Arbeit für Schneeräumer «Dieser Winter ist todlangweilig»

ZÜRICH - Statt Schnee zu pflügen, müssen die Strasseninspektoren als Ausweichsarbeit nun verklebte Verkehrsschilder putzen.

  • Publiziert: 17.01.2012, Aktualisiert: 21.47 Uhr
  • Von Andrea Schmits
play Die Lagerhallen des Kantons sind voll mit Salz. (Winterdienst Kanton Zürich)

Die 156 Fahrzeuge zur Glättebekämpfung und die 228 Pflüge zur Schneeräumung auf Autobahnen und Staatsstrassen im Kanton Zürich stehen still. Denn während sich die Bergdörfer kaum vor Schnee retten können, ist bei uns keine einzige Flocke in Sicht. Ist das für das kantonale Strasseninspektorat der ideale Winter?

«Nein, es ist todlangweilig», sagt Strasseninspektor Reto Färber augenzwinkernd. «Im Winter pflügen wir am liebsten den ganzen Tag Schnee.»

«Man plant – und dann passiert einfach nichts»

Den ganzen Sommer habe man sich auf den Winter vorbereitet, die Pflüge instand gesetzt und Routen abgefahren. Auch die Salzlager seien randvoll. «Man plant und tut für den Ernstfall. Und dann kommt er einfach nicht. Das ist schon ein wenig frustrierend.»

Statt am Steuer von Pflügen zu sitzen und tonnenweise Schnee zu räumen, müssen die Mitarbeiter des Strasseninspektorats nun Ausweichsarbeiten erledigen.

«Für diesen Fall haben wir uns Arbeiten aufgespart: Etwa das Reinigen und Auswechseln von verklebten Strassenschildern oder das Revidieren von Pumpenanlagen», sagt Färber.

Kommt der Eisregen, ist die Ruhe vorbei

Gegen Ende dieser Woche könne es aber noch kritisch werden. «Die Strassen kühlen momentan stark ab. Und wenn es in ein paar Tagen wieder wärmer wird und Niederschlag gibt, ist die Gefahr gross, dass das Eisregen sein wird. Dann ist die Ruhe sehr abrupt zu Ende.»

Eine gute Seite hat der schneelose Winter aber auch für den Strasseninspektor: «Normalerweise machen wir in diesen Monaten massiv Überstunden. Ausserdem ist dieses Wetter viel kostengünstiger: Wenn wir die Pflüge nicht so oft benützen, haben wir für nächstes Jahr viel weniger Aufwand.»