Prostituierte im Wohnquartier «Die treiben es in meinem Garten»

  • Publiziert: 14.07.2010, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Christian Wyss

ZÜRICH - Die Wipkinger sind ausser sich: Prostituierte von Zürichs Strassenstrich am Sihlquai haben ihren Arbeitsplatz verlegt – und bedienen Freier immer mehr in fremden Gärten.

Der Zürcher Strassenstrich boomt. Der Platz am Sihlquai wird eng, die Prostituierten müssen ausweichen. Und tun das auch – über die Limmat, in die Vorgärten von Wipkingen.

«Man sieht sie effektiv am Wochenende bereits um halb zehn herumschleichen und auf einen guten Moment warten», erzählt ein Anwohner der Hönggerstrasse heute im «Radio 24». Im Moment seien es besonders viele, die sich in den Vorgärten des Kreis 10 vergnügten: «Eine Lampe in unserem Quartier ist ausgefallen. Solche dunklen Plätzchen ziehen die Prostituierten natürlich an.»

Zigi-Stummel, Kondome und Urin

Was den Wipkinger am meisten stört, ist der Dreck: Die Prostituierten hinterlassen Kondome, Zigaretten-Stummel – und ihre Notdurft in den Gärten des Wohnquartiers.

«Ja, es gibt leider eine Ausdehnung des Strichs auch nach Wipkingen», sagt Rolf Vieli vom städtischen Projekt Rotlicht. Und nimmt die Dirnen in Schutz: «Das Problem sind die Freier, die sich immer unflätiger benehmen. Die gabeln die Damen am Sihlquai auf, fahren mit ihnen in Wohnquartiere, kopulieren vor der Nase der Bewohner und lassen zu, dass die Damen da ihre Notdurft verrichten.»

«Wir bekommen das Problem in den Griff»

Wer sich belästigt fühlt, soll sich wehren und die Polizei und das Projekt Rotlicht informieren, sagt Vieli. «Leider gibt es keine einfachen Lösungen. Aber wenn alle zusammenarbeiten, bekommen wir das Problem in den Griff.»