BLICK erzählt die Geschichte des Anführers Die Sex-Horde vom HB

  • Publiziert: 30.09.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Gabriela Battaglia und Adrian Schulthess
play Halle Sihlquai im Zürcher HB: Hier schlug die Sex-Horde zu. (Philippe Rossier)

ZÜRICH - Immer wieder rastet Hasri M. (22) aus. Lieber hockt er im Knast als in der Therapie.

Am Sonntag gegen 2.30 Uhr bedrängen sechs Männer eine junge Frau am Zürcher Hauptbahnhof. Betatschen sie, greifen ihr an den Busen. Einen Schweizer (22), der ihr helfen will, verprügelt die Sex-Horde brutal.

Die Täter kommen aus Dietikon ZH. Die Polizei verhaftet sie noch am Sonntag (BLICK berichtete). Seit gestern sitzen die drei Mazedonier, der Iraker, der Kosovare und der Schweizer (alle zwischen 17- und 22-jährig) offiziell in Untersuchungshaft.

Ihr Anführer ist im Zürcher Bezirksgefängnis eingesperrt. Hasri M.* (22) ist nicht zum ersten Mal im Knast: Wegen Schlägereien und Raub verurteilte das Bezirksgericht Dietikon den arbeitslosen Mazedonier im Oktober 2008 zu zwei Jahren unbedingt.

Brutal schlug Hasri M. am 28.August 2007 gegen 3.30 Uhr zu. Mit drei Kollegen sass er in ei-ner Dietiker Bar. Das Opfer: ein Deutscher (24). «Der war schon etwas betrunken. Aber er war freundlich, zahlte sogar eine Runde», erinnert sich der Wirt (44). Plötzlich gingen die vier auf den Hilfsbohrer los. Hasri zog ihm eine Flasche über den Kopf. Packte einen Blumenkübel, liess ihn auf den Schädel des Deutschen fallen.

Der Wirt wollte schlichten. Ein Fehler. Ein Kumpel Hasris riss ihm mit einer zerbrochenen Flasche eine riesige Wunde in die rechte Backe. «Die Narbe habe ich noch heute», sagt der Wirt.

Zwei Wochen später wurde Hasri M. verhaftet. Ende November kam er frei – rastete erneut aus. Verprügelte einen 19-Jährigen, raubte ihn aus: 70 Franken und zwei Ex-Libris-Gutscheine.

Wieder kam Hasri M. in U-Haft. Vor Gericht sträubte er sich gegen eine Einweisung in ein Massnahmenzentrum für junge Erwachsene. Lieber ging er zurück in den Knast.

Er solle nach der Haft ein neues Leben beginnen, riet ihm der Richter 2008. Doch Hasri M. brüstet sich auf Facebook: «Beim Streit gibt es zwei Standpunkte: MEINEN und den Falschen.»

Hasris jüngerer Bruder Metin (20) ist bei der Sex-Attacke im HB dabei. Auch er ist schlägerei-erfahren. Fand vor wenigen Wochen endlich einen Job in einer Coop-Filiale. «Sein Chef weiss nicht, dass Metin im Knast sitzt», sagt ein Bekannter. «Am Montag wird er es merken, wenn Metin nicht aus den Ferien zurück ist.»

Das Opfer von Hasri, Metin und dem Rest der Sex-Horde hat sich inzwischen gemeldet: Die 19-jährige Schweizerin ist gestern von der Polizei befragt worden. * Name der Redaktion bekannt.

play Hasri M. (22) aus Dietikon ZH: Im Knast kennt er sich aus. (zvg)