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Chaoten können ungehindert wüten: Denn die Polizei hat keinen Pikett-Dienst

ZÜRICH – Beim Saubannerzug durch die Zürcher Langstrasse richten Chaoten riesigen Schaden an. Die Polizei sieht lange nur zu – weil sie keine Reserve aufbieten kann.

Von Georg Nopper | Aktualisiert um 08:40 | 09.02.2010
Beschädigte Autos, eingeschlagene Fensterscheiben und besprayte Fassaden – nichts war vor den Chaoten sicher. Klicken Sie durch die Diashow. (Markus Heinzer/newspictures)
(Markus Heinzer/newspictures)
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Dieses Elektronikgeschäft hat es besonders schlimm erwischt. (Markus Heinzer/newspictures)
(Markus Heinzer/newspictures)
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In der Nacht auf Sonntag treffen sich beim Carparkplatz Sihlquai hinter dem Zürcher Hauptbahnhof um 22 Uhr etwa 500 Personen. Sie ziehen anschliessend Richtung Limmatplatz und von dort durch die Langstrasse. Ungehindert können Chaoten unter ihnen Wände verschmieren und Schaufenster einschlagen, Autos beschädigen und Angst verbreiten (Blick.ch berichtete).

«Wir haben keine Polizisten aus der Freizeit aufgeboten», so Stadtpolizei-Sprecher Marco Cortesi zu Blick.ch. «Eine Pikett-Organisation haben wir nicht.» Wenn sich dann 500 Leute plötzlich zu einem Demonstrationszug formieren, dann müsse man die Polizisten aus dem regulären Dienst mit Schutzbekleidung usw. ausrüsten. «Wie viele das waren, legen wir aus taktischen Gründen nicht offen.»

Polizei wusste von Versammlung


Zu der Guerilla-Aktion unter dem Motto «Reclaim the Streets» wurde am Samstag unter anderem mit Flyern aufgerufen, die nach dem Fussballmatch zwischen FCZ und Xamax vor dem Letzigrund-Stadion verteilt wurden.

So bekommt auch die Polizei eine Stunde vor dem Umzug Wind von der Versammlung, wie Cortesi gegenüber «Radio 1» zugibt. Doch sie vermutet hinter der Aktion eine Party und wird von der gewalttätigen Demonstration auf dem falschen Fuss erwischt.

Chaoten bleiben vier Stunden ungestört


Die Beamten stellen sich dem Saubannerzug – zu dem neben zahlreichen Mitläufern unter anderem auch etwa 100 Linksautonome gehören – erst am anderen Ende der Langstrasse mit Tränengas und Gummischrot entgegen.

Und erst bei der Stauffacherbrücke kommt es zum Showdown. Gegen zwei Uhr löst sich der Demonstrationszug schliesslich auf. Verhaftet wird niemand.

Vier Stunden lässt die Polizei die Chaoten gewähren. Während dieser Zeit richten diese einen Sachschaden von mehreren Hunderttausend Franken an.

Jetzt sehen sich die Behörden massiver Kritik ausgesetzt. «Zuerst sinnlose brutale Verhaftungen an der Langstrasse, dann kontrollieren 45 (!) Beamte ein einziges Tram», schreibt etwa Blick.ch-Leserin Rosmarie Tobel. «Und jetzt dies: Eine Chaoten-Demo wird nicht ernst genommen und verursacht riesige Schäden.»

Polizeidepartement: «Optimum rausgeholt»


Beim Polizeidepartement der Stadt Zürich ist man zufrieden mit dem Einsatz: «Die Polizei hat im Rahmen ihrer Möglichkeiten das Optimum rausgeholt», sagt Sprecher Reto Casanova. «Es ist das erste Mal, dass sich verschiedenste Gruppen zu so einer Demonstration zusammenschliessen.» Ob das Beispiel Schule macht, könne man noch nicht sagen.

Möchte man so einer gewalttätigen Spontan-Demo vorbeugen, «müsste man ständig 50 bis 60 Polizisten in Bereitschaft halten», sagt Casanova. «Das würde bedeuten, dass wir 200 bis 300 neue Polizisten einstellen müssten.»
Das sagen Blick.ch-Leser
hugo ehrismann, Schweiz - 15:33 | 09.02.2010
» @ DOMINIC BÄCHTOLD,ZÜRICH-Wenn man sich so ansieht wie die Polizei auf solche Demos reagiert,beinahe gar nicht,nicht eine Festnahme.Sie wollen sich damit aufblasen das sie bei der Polizei arbeiten,das geht heute nicht mehr weil das Image der Polizei seit längerem schwer angekratzt ist.Vor 50 Jahren war ein Polizist noch eine Respektsperson was man heute leider selten noch sagen kann.Am vergangenen Wochenende hat mans wieder mal ganz deutlich gesehen.
Meier Oliver, Zürich - 13:49 | 09.02.2010
» so wird einfach der anzreiz geschaffen: möglichst viel personal dort einsetzen, wo geld zu holen ist mit bussen und keine gefahren lauern. und wenn nach so einer krawallnacht etwas passiert, dann wäscht man sich die hände in unschuld!
Meier Oliver, Zürich - 13:48 | 09.02.2010
» und ja, er ist auch anständig, wenn er mal nicht aufpasst und 4 km/h zu schnell unterwegs war. die blitzkästen und kontrollen werden ja vor allem an ungefährlichen stellen, wo sich der fahrer auf das gefühl und den menschenverstand verlässt aufgestellt, weil da am meisten geld zu machen ist! darum sollte der sachschaden der polizei belastet werden was am ende ja dan sowieso wieder wir steuerzahler berappen, aber sieht das budget für die verwantwortlichen bei der polizei wenigstens nicht gut aus!
Meier Oliver, Zürich - 13:45 | 09.02.2010
» @Dominic Bärchtold: sie scheinen ja gar nichts zu kapieren, bestätigen aber gerade das image des polizisten! ich verstehe die argumenationen der polizei und dass man eine andere ausbildung braucht, um autobahnvignette zu kontrollieren oder gegen diese chaoten vorzugehen! was sie aber nicht verstehen: die polizei macht sich das einfach, investiert vor allem in die bereiche, wo es viel geld zu holen gibt und keine probleme gibt (wie zb den anständigen autofahrer)
Sigi Huber, Zürich - 06:38 | 09.02.2010
» Mich wundert nichts mehr bei unserer Stadtregierung.Ich beobachte öfters wie einige Polizisten einzelne Leute umstellen und kontrollieren.(Was wahrscheinlich auch nötig ist) Wenn aber so "Pack " kommt hält sich der Mut der Polizei "sehr in Grenzen",,,,,,,,
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