Video für 100'000 Franken Die Polizei – dein Freund und Filmstar

  • Publiziert: 30.12.2008, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Martin Meier

Rast die Zürcher Kantonspolizei schon bald mit Blaulicht und Martinshorn nach Hollywood? Zur Oscar-Preisverleihung?

Lässig stehen sie da, vor einem wolkenverhangenen Himmel. Mit Sonnenbrille, die Arme verschränkt, einer hat salopp die Maschinen-Pistole umgehängt.

Die sonst so seriöse Zürcher Kantonspolizei – plötzlich eine coole Fahndertruppe?

Alles nur gespielt. 100000 Franken brauchte es – und eine professionelle Filmcrew machte aus Polizisten Ermittler im Stil der US-Erfolgsserie CSI.

Titel des 40-Minuten-Streifens: «CSI: Züri». Gespielt wird ein Banküberfall. Schüsse fallen. Es gibt Tote.

Ein Fall also für die Kapo. Quietschende Reifen, heranrasende Streifenwagen. Spezialeinheiten, die in Stellung gehen und die Verfolgung der Täter aufnehmen.

Eine der Hauptdarstellerinnen ist Patrizia Vernati. Ein bisschen schaut die Zürcher Polizistin aus wie Hollywood-Star Sandra Bullock. Grau-grün-blaue Augen. Lange dunkelbraune Haare, 175 Zentimeter gross, 26 Jahre jung. «Die Dreharbeiten haben einfach nur Spass gemacht», sagt sie. Die Rollen seien intern ausgeschrieben worden. «Da habe ich die Chance gepackt.»

Ein Jahr war Patrizia Vernati an der Front. «Im Streifendienst.» Derzeit arbeitet sie als Protokollführerin bei der Staatsanwaltschaft. «Ab März bin ich dann beim Kriminaldienst.»

In «CSI-Züri» spielt Vernati «Simone Hefti», die Assistentin des Leiters eines fingierten Bundesamtes für Qualitätssicherung bei der Strafverfolgungs-Behörde.

Der Film zeige den Polizeialltag realistisch. Dann lacht Patrizia Vernati: «Die Sprüche sind schon etwas spritziger als im Dienst.» Und die Kleider? «Schon viel lockerer.»

Ob die attraktive «Schauspielerin» jetzt ins Film-Business wechselt? Patrizia Vernati: «Nein. Ich bleibe der Zürcher Kantonspolizei treu. Die zehntägigen Dreharbeiten haben uns noch enger zusammengeschweisst.»

«Der Film wurde produziert, um unseren Mitarbeitern das Thema Qualität in unserer täglichen Arbeit näher zu bringen», sagt der Chef der Informationsabteilung Marcel Strebel. «Er ist ein interner Instruktionsfilm und nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.»

Übrigens: Die Produktionszeit betrug anderthalb Jahre. Und die Kosten von 100000 Franken seien im Budget, sagt Strebel. «Das ist nicht viel, wenn man bedenkt, dass wir sonst jedem Dokumentationsunterlagen schicken müssten.»

play Die Mitglieder von «CSI: Züri» sind alles hauptberufliche Kantonspolizisten. (Kantonspolizei Zürich)