Die Limmat: ein Schrott-Fluss

  • Publiziert: 16.07.2008, Aktualisiert: 03.01.2012
play Mehrere Velos mit Algen überwucherte, eine Baustellen-Tafel und ein Gepäcktrolley: Eine reiche Ausbeute für die beiden Zürcher Saubermänner. (Toini Lindroos/BLICK)

ZÜRICH – Ich bin auch ein Schrottplatz: Manch ein Passant staunte heute, was sich so alles aus dem Fluss fischen lässt. Fleissig am Werk waren zwei Freiwillige.

Die beiden Zürcher Michel Erdi (25) und Andri Herrmann (26) hüpfen gerne beim oberen Letten in die Limmat. Vor einigen Jahren hatten sie die Nase voll, dass sie und andere Wasserratten sich immer wieder die Füsse an versenkten Velos und Migroswägeli stiessen. Aus Eigeninitiative begannen sie, den Fluss von dem ganzen Müll zu reinigen – «als Dienst an der Allgemeinheit», wie Michel Erdi gegenüber Blick.ch betont.

Heute war es wieder so weit. Andri tauchte runter und befestigte Seile an den Schrottstücken am Grund, sein Kumpel Michel zog alles ans Ufer. Die Ausbeute der Saubermänner kann sich sehen lassen: Mehrere Drahtesel und ein Gepäcktrolley lehnten gestern Abend an der Mauer unterhalb des Marriott-Hotels.

Das Duo stört sich daran, dass sich die Stadt Zürich nur zwischen dem Seeausfluss und dem Bahnhof um die Reinigung der Limmat kümmere. Den ganzen Krempel lassen die beiden natürlich nicht einfach so stehen: «Wir haben die Entsorgungsdienste angerufen, sie holen den Schrott morgen ab», sagt Michel Erdi. (hhs)