KLOTEN - ZH - Der Airbus A 340 ist unterwegs von Zürich nach Peking. Plötzlich eskaliert ein Streit um eine Rückenlehne zwischen zwei Chinesen. Der Pilot kehrt nach viereinhalb Stunden Flug um. Die Streithähne werden verhaftet.
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Ein Airbus A340 der Swiss in Zürich (Archiv)
(sda)Zwei Chinesen verhaftet, 200 Swiss-Passagiere gestrandet – und das alles wegen einem Streit um eine Rückenlehne. Wie ein Flughafenmitarbeiter gestern Abend meldet, kam es an Bord des Fluges LX 196 von Zürich nach Peking zu einer Schlägerei. Der Flug kehre deshalb nach Zürich-Kloten zurück.
Gegen 21.30 Uhr landete die Maschine wieder in Zürich. Die Polizei war vor Ort. Noch im Flugzeug wurden zwei Passagiere verhaftet, wie Werner Schaub gegenüber Blick.ch sagt. «Es sind zwei Chinesen im Alter von 29 und 57 Jahren. Sie werden heute im Laufe des Tages befragt», sagt er. Wie BLICK von Augenzeugen erfahren hat, ging es bei dem Streit um eine zurückgeneigte Rückenlehne.
Die zuständige Flughafen-Staatsanwaltschaft will morgen genaueres bekannt geben. Gemäss Polizeiangaben war mit Sicherheit Alkohol mit im Spiel. Der ältere der beiden Streithähne habe man bis am späten Montagvormittag noch nicht einvernehmen können.
Wie Mehdi Guenin, Mediensprecher Swiss, gegenüber Blick.ch erklärte, habe der Kapitän nach 4,5 Stunden Flug die Rückkehr angeordnet. Diese dauerte dann vier Stunden. Guenin erklärt, es sei deutlich aufwändiger die Passagiere in Moskau unterzubringen und umzubuchen, als sie nach Zürich zurückzufliegen.
Ausserdem hätte die Visumspflicht für Russland eine Zwischenlandung kompliziert gemacht.
Ein Weiterflug sei für den Piloten wohl deshalb keine Option gewesen, weil auf der Flugroute über Sibirien zu wenig vernünftige Ausweichflughafen zur Verfügung stünden, falls sich die Sicherheitslage im Flugzeug wieder verschlechtert hätte. Die Maschine kehrte um, als sie sich auf der Höhe von Kasan, der Hauptstadt der Republik Tatarstan an der Wolga befand.
Die Swiss übernehme alle Kosten für Unterkunft und Übernachtung der Peking-Passagiere in Zürich. «Es konnte für alle eine Lösung gefunden werden, ich kann aber nicht sagen, ob zurzeit schon alle wieder auf dem Weg nach Peking sind», sagte Guenin am Nachmittag zu Blick.ch. Zur Frage nach einer Entschädigung für die Passagiere, wollte Guenin keine Stellung nehmen.
Gegenüber Radio 1 hatte Guenin gesagt, eine Landung sei grundsätzlich immer die sicherere Lösung. «Da die Situation unklar war und ein Passagier noch geschrien hat, ist es besser gewesen umzukehren.»
Die Swiss musste für 200 Reisende mussten heute umgebucht werden. Der reguläre Flug, der heute wieder um 13.10 Uhr von Zürich startete, sei ausgebucht gewesen. (kko/gtq)
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