Swiss-Flieger nach Peking muss umkehren Chinesen prügelten sich wegen der Rückenlehne

KLOTEN - ZH - Der Airbus A 340 ist unterwegs von Zürich nach Peking. Plötzlich eskaliert ein Streit um eine Rückenlehne zwischen zwei Chinesen. Der Pilot kehrt nach viereinhalb Stunden Flug um. Die Streithähne werden verhaftet.

  • Publiziert: 02.09.2012, Aktualisiert: 03.09.2012
Ein Airbus A340 der Swiss in Zürich (Archiv) play

Ein Airbus A340 der Swiss in Zürich (Archiv)

(sda)

Zwei Chinesen verhaftet, 200 Swiss-Passagiere gestrandet – und das alles wegen einem Streit um eine Rückenlehne. Wie ein Flughafenmitarbeiter gestern Abend meldet, kam es an Bord des Fluges LX 196 von Zürich nach Peking zu einer Schlägerei. Der Flug kehre deshalb nach Zürich-Kloten zurück.

Gegen 21.30 Uhr landete die Maschine wieder in Zürich. Die Polizei war vor Ort. Noch im Flugzeug wurden zwei Passagiere verhaftet, wie Werner Schaub gegenüber Blick.ch sagt. «Es sind zwei Chinesen im Alter von 29 und 57 Jahren. Sie werden heute im Laufe des Tages befragt», sagt er. Wie BLICK von Augenzeugen erfahren hat, ging es bei dem Streit um eine zurückgeneigte Rückenlehne.

Die zuständige Flughafen-Staatsanwaltschaft will morgen genaueres bekannt geben. Gemäss Polizeiangaben war mit Sicherheit Alkohol mit im Spiel. Der ältere der beiden Streithähne habe man bis am späten Montagvormittag noch nicht einvernehmen können.

Umkehr nach 4,5 Stunden Flug

Wie Mehdi Guenin, Mediensprecher Swiss, gegenüber Blick.ch erklärte, habe der Kapitän nach 4,5 Stunden Flug die Rückkehr angeordnet. Diese dauerte dann vier Stunden. Guenin erklärt, es sei deutlich aufwändiger die Passagiere in Moskau unterzubringen und umzubuchen, als sie nach Zürich zurückzufliegen.

Ausserdem hätte die Visumspflicht für Russland eine Zwischenlandung kompliziert gemacht.

Ein Weiterflug sei für den Piloten wohl deshalb keine Option gewesen, weil auf der Flugroute über Sibirien zu wenig vernünftige Ausweichflughafen zur Verfügung stünden, falls sich die Sicherheitslage im Flugzeug wieder verschlechtert hätte. Die Maschine kehrte um, als sie sich auf der Höhe von Kasan, der Hauptstadt der Republik Tatarstan an der Wolga befand.

«Es konnte für alle ein Lösung gefunden werden»

Die Swiss übernehme alle Kosten für Unterkunft und Übernachtung der Peking-Passagiere in Zürich. «Es konnte für alle eine Lösung gefunden werden, ich kann aber nicht sagen, ob zurzeit schon alle wieder auf dem Weg nach Peking sind», sagte Guenin am Nachmittag zu Blick.ch. Zur Frage nach einer Entschädigung für die Passagiere, wollte Guenin keine Stellung nehmen.

Gegenüber Radio 1 hatte Guenin gesagt, eine Landung sei grundsätzlich immer die sicherere Lösung. «Da die Situation unklar war und ein Passagier noch geschrien hat, ist es besser gewesen umzukehren.»

Die Swiss musste für 200 Reisende mussten heute umgebucht werden. Der reguläre Flug, der heute wieder um 13.10 Uhr von Zürich startete, sei ausgebucht gewesen. (kko/gtq)

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Beliebteste Kommentare

  • Thomas  Haueter , Berlin
    Als Passagier haette ich da echt Muehe den Entscheid des Piloten zu verstehen. Es kann ja kaum sein, dass - ich weiss nicht wieviele Reisende - wegen 2 Verrueckten wieder zurueck nach Zurich muessen.
  • Jonas  Bähler , Gümligen
    Warum keine Zwischenlandung in Moskau? Die Streithähne ausladen und weiterfliegen.

Alle Kommentare (91)

  • Yves  Ebneter , Coolum Beach
    Nur aus Angst sind sie umgehkehrt. Es war nie so schlimm als dass ein Umkehren Sinn macht. Ihr glaubt nicht wirklich das der Chinese die Kosten bezahlen kann. Gerichtskosten und der ganze Schaden. Geschweige denn die Schadensforderung der Passagiere. Swiss bleibt auf dem Schaden sitzen. Und die CH Justitz ist ja nicht wirklich zu fürchten. Als Kommandant muss man klar machen wer die Hosen anhat und nicht voll hat.
  • Peter  Kaufmann , Oftringen
    Keine Handschellen an Bord? mit Handschellen an den Sitz fesseln und Mund mit einem Tuch zubinden und der 57 Jährige ist auf ruhig gestellt bis Peking. Wäre sinnvoller als noch Unschuldige mit langer Wartezeit zu bestrafen.
  • Andreas  Hug
    Warum müssen wir vom Ex-Swiss-Pilot erfahren, dass wir auch während der Essensphase den Sitz nicht senkrecht stellen müssen? Die Fluggesellschaften sollten diesen heiklen Punkt klar und transparent regeln. Besonders kritisch finde ich, dass man selbst dem höflichen Bitten der Stewardes nicht Folge leisten muss. Wann weiss ich, ob ich verpflichtet bin - und bei nicht Folgeleistung dann auch noch gesperrt werde und wann es sich um eine fakultative Folgeleistung handelt?
  • Schar  Fesauge , via Facebook
    Der Pilot entscheidet. Das ist grundsätzlich richtig so. Die Reise hätte vermutlich länger gedauert. Die Einreiseprüfung der beiden Chinesen in Russland hätte auch Zeit in Anspruch genommen. Die Swiss hätte nicht einfach wieder abfliegen können. Im schlimmsten Fall sogar mit den beiden Chinesen weil sie in Russland nicht einreisen können. Allen Geschädigten rate ich aber, den Verursacher zu verklagen. Angenommen 50 bis 100 Passagiere würden ihren Schaden geltend machen - vorausgesetzt es ist ein finanzieller Schaden entstanden. ch bin mir sicher, der Chinese würde vermutlich im Gefängnis bleiben und die Schlagzeile würde um die Welt gehen. Randale im Flugzeug ist ein No go. Die Swiss wird hoffentlich Schadenersatz klagen.
  • Aleksandar  Stankovic , via Facebook
    Ähnliches habe ich auf dem Flug von Frankfurt nach Havanna erlebt. Da war auch Alkohol im Spiel. Ich würde Alkohol eh im Flieger verbieten!
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