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Es läutete kurz nach ein Uhr morgens. Es war mein Nachbar. Blutüberströmt und völlig geschockt.»Martin Perrenoud (45)
In der Nacht auf Mittwoch schleichen zwei Maskierte durch die Wohnsiedlung an der Wallisellerstrasse in Opfikon ZH (BLICK berichtete). Nachbarn hören einen kurzen Schrei. Die Schlafzimmer-Räuber haben wieder zugeschlagen!
Im vierten Stock klettern sie auf den Balkon, stemmen die Tür auf, überwältigen und fesseln Alex C.* (45) und seine Mutter (79) mit Playstation-Kabeln. Dann verlangen die Gangster Geld, Bankomat-Karte und PIN-Code. Sie drohen: «Wenn der Code nicht stimmt, kommen wir zurück und töten dich.» Ihre Opfer gehorchen, die Räuber lassen beide gefesselt liegen. An einem nahe gelegenen Postomaten heben sie ihre Geld-Beute ab.
Alex C. kann sich selber befreien. Er blutet stark. Verzweifelt klingelt er bei Nachbarn, damit diese die Polizei alarmieren.
Die Blutspur führt zur Wohnung von Martin Perrenoud (45) im Nachbarhaus. «Kurz nach eins läutete es. Ich öffnete die Tür.» Perrenoud, der beim Strassenunterhalt arbeitet, wird so schnell nicht vergessen, was er sieht: «Mein Nachbar war blutüberströmt, vor allem an den Händen. Und er hielt ein Messer in der Hand. Damit hatte er sich wohl befreit. ‹Ich bin überfallen worden›, sagte er mir völlig geschockt. Um 1.10 Uhr alarmierte ich die Polizei. Dann begleitete ich ihn zurück zur Wohnung.»
Der blanke Horror. Und nicht zum ersten Mal: Die beiden Räuber suchen immer wieder die gleiche Siedlung heim.
Letzte Woche beraubten sie eine Nachbarin (38) auf die gleiche Art und Weise. Und vor zwei Wochen räumten sie eine Wohnung aus, deren zwei Bewohner ausser Landes waren.
Doch dieses Mal wurde ihre fiese Schlafzimmer-Masche verfolgt: Es gibt eine Zeugin. Ilayda (9) beobachtete einen der Räuber. «Ich war aufgestanden, um mir in der Küche ein Glas Wasser zu holen», erzählt die Drittklässlerin. «Er stand bei uns auf dem Balkon. Mit seiner Taschenlampe leuchtete er herum. Da bekam ich Angst und versteckte mich unter meiner Bettdecke.» Doch vorher hat sich das Mädchen den Gangster genau angeschaut. «Er war gross und ganz dünn. Er hatte eine schwarze Maske an, nur für die Augen waren Löcher ausgeschnitten», sagt die Neunjährige. «Er trug eine dunkle Hose, eine braune Lederjacke, einen schwarzen Pullover. Und braune Cowboystiefel!»
Wer weiss, vielleicht sorgt die mutige Ilayda jetzt dafür, dass der Albtraum von Opfikon bald ein Ende hat.
*Namen der Redaktion bekannt.