Bilanz der Streetparade: 224 Drogen-Opfer, 75 Raver im Spital, 11 Festnahmen

ZÜRICH - Partymeile Zürich: Hunderttausende feierten an der Streetparade. Der Umzug ging bei gutem Wetter über die Bühne.

Streetparade 2014: So heiss feiert Zürich!

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Rentner wollte Strasse überqueren Velofahrer (44) fährt Fussgänger (†82) tot
2 Rentner wollte Strasse überqueren Velofahrer (44) fährt Fussgänger...
3 «Bitte nicht nachmachen» Jetzt spricht der Zürcher Roofer (14)

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
23 shares
62 Kommentare
Fehler
Melden

Stundenlang zogen sie gestern dem Zürcher Seebecken entlang, die hunderttausenden Raver der Streetparade. Einer Streetparade, die mit einigen Unwägbarkeiten aufgewartet hatte. Mit dem frühen Termin zum Beispiel. Noch nie hatte die Parade bereits Anfang August stattgefunden.

«Wir sind sehr zufrieden», sagt Streetparade-Sprecher Stefan Epli zu Blick.ch. «Wir wussten ja nicht, wieviele Leute kommen würden», sagt Epli. Trotz des frühen Termins sei die Besucherzahl im Vergleich zum letzten Jahr konstant. «Wir gehen wieder von 950'000 aus.»

Die erste Bilanz der Organisatoren fällt dementsprechend positiv aus. «Die Stimmung war gut, die Menschen friedlich.»

Elf Festnahmen, 270 Patienten

An den sieben Sanitätsposten entlang der Umzugsroute und an der Patientensammelstelle wurden laut der Mitteilung von Schutz&Rettung (S&R) insgesamt 677 Personen behandelt. Bei der letztjährigen Street Parade waren es 921 gewesen.

Mit 284 Fällen am häufigsten waren Schnittverletzungen an den Füssen zu behandeln. Entgegen den eindringlichen Ermahnungen der Veranstalter waren manche Parade-Besucherinnen und -besucher in offenen Schuhen, Riemchensandalen oder gar Flip Flops erschienen. Ihnen wurden die herumliegenden Glasscherben zum Verhängnis.

224 Patienten wurden stockbetrunken zu den Sanitätern gebracht, 74 waren vermutlich mit Drogen vollgedröhnt. Bis zum Morgengrauen wurden laut Mitteilung 110 Personen zur Überwachung und Ausnüchterung in die Patientensammelstelle transportiert. Letztes Jahr waren es 139.

75 Personen mussten mit schwereren Verletzungen in Spitäler gebracht werden, laut S&R-Sprecher Roland Portmann beispielsweise mit Schädel-Hirn-Traumata oder schweren Knochenbrüchen. Die Patienten zogen sich diese Verletzungen teils bei Stürzen, teils bei Auseinandersetzungen zu. Bei einigen sei die Ursache nicht bekannt, sagte Portmann.

Ecstasy und Feuerwerk beschlagnahmt

Die Zürcher Stadtpolizei meldet, es habe «bis am Abend keine nennenswerten Zwischenfälle» gegeben. Elf Personen wurden auf der Umzugsroute festgenommen: Wegen Drogendelikten, Diebstählen oder auch wegen Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz.

Im Vorfeld war befürchtet worden, dass manch ein Paradengänger Reste seines 1.-August-Feuerwerks mitbringen und am Umzug zünden könnte. Tatsächlich wurde neben 200 Ecstasytabletten, 35 Gramm Marihuana und 12 Gramm Amphetamin auch Feuerwerk sichergestellt.

«Es gab keinen einzigen Tropfen»

Glücklich stimmt die Parade-Organisatoren auch das Wetter. «Bis heute Nachmittag hiess es, es werde während der Parade regnen. Doch bis jetzt gab es keinen einzigen Tropfen.»

Das änderte sich schliesslich am Abend: Gegen 21 Uhr goss es wie aus Kübeln. Doch am Nachmittag hatte die Parade zweimal Glück gehabt: Regenwolken zogen über den See, liessen die Raver aber unversehrt.

Und kurz darauf näherte sich aus dem Oberaargau eine Regenfront. «Die verhungerte jedoch vor den Toren Zürichs», sagte Klaus Marquardt von «Meteonews» zu Blick.ch.

Nach dem Umzug mit den rund 30 Lovemobiles und den 200 nationalen und internationalen DJs geht die Party in der Nacht nun in den Clubs der Stadt weiter.

Ein Fest auch für Drogendealer

Das Motto der diesjährigen Street Parade ermahnt die Besucher zu einem vorbildlichen Feiern: «Enjoy the Dancefloor ... and save it», lautet es. Die Organisatoren rufen dazu auf, gewaltfrei Party zu machen und keine Drogen zu konsumieren.

Dass sich die Raver daran halten werden, bleibt wohl Wunschdenken. Vergangenes Jahr wurde zehnmal mehr Ecstasy konsumiert als noch zwei Jahre zuvor. Denn die Openair-Party ist nicht nur ein Fest für Techno-Fans, sondern auch für Dealer. (lha/eg)

Publiziert am 02.08.2014 | Aktualisiert am 03.08.2014
teilen
teilen
23 shares
62 Kommentare
Fehler
Melden
Radikale Christen warnen die Raver: «Die Hölle wartet», steht auf einem Plakat. play
Radikale Christen warnen die Raver: «Die Hölle wartet», steht auf einem Plakat. Peter Moser
Mehr zum Thema
Streetparade in ZürichDie grösste Party der Schweiz
Die grössten Probleme der Street Parade 2014
So sah die Street Parade 2014 aus der Luft aus

TOP-VIDEOS

62 Kommentare
  • Regula  Hiltebrand aus Au
    03.08.2014
    Ich glaube, dass niemand etwas gegen das Feiern hat. Dies ist sicher toll. Wir wollen aber keine zugedröhnte Gesellschaft, wo es nur ums drögelen und saufen geht. Dies ist ein Armutszeugnis unserer Gesellschaft.
  • michel  koeb 03.08.2014
    Ich dachte alle wären soooo "friedlich" gewesen .....Das sind wie immer getürkte Zahlen, danke !
  • Bugi  Burgherr , via Facebook 03.08.2014
    Zu hunderten Dealer und Drogenkonsumenten und nur 11 Festnahmen? Da ist doch der Beweis, das die Justiz da nur zugeschaut hat!
    • Tom  Reist 03.08.2014
      Wieviele Polizisten würden sie denn brauchen um jeden und jede die was illegales machen auch erwischen? 100`000 oder noch mehr?
      Und wer soll das bezahlen?Sie? Fand die Parade toll und recht friedlich,und dies obwohl ich einer derjenigen war der im Notfall gelandet ist,unverschuldet wohl verstanden.Aber es waren ja eh alles nur Drögeler und Alkoholiker dort.Stimmts?
      Selten so gelacht.
    • Bugi  Burgherr , via Facebook 03.08.2014
      Hallo Tom Reist, haben sie schon mal erlebt, wie die Polizei eine Grossdrogenrazzia durchführt? Alles kein Problem und für die Kosten müsste logischerweise der Organisator der Streetparade aufkommen, so einfach ist das.
  • Jrène  Scheidegger , via Facebook 03.08.2014
    Leider kommt durch eure schlechten kommentare nur das schlechte zum vorschein ihr neider.das positive und schöne wird durch euch in den hintergrund gestellt.reisst euch mal zusammen ihr bünzlis....haben wahrscheindlich alle keine beschäftigung!!!!!
  • Susanne  Moor-Isch , via Facebook 03.08.2014
    Wenn man die Zwischenfälle in Relation zu der Menge setzt, ist es wohl nicht schlimmer als jegliche andere grosse Veranstaltung! Ob mit Drogen oder Alkohol die Birne zugedröhnt wird, muss jeder selber verantworten! Nur der Abfall, den man einfach überall hinschmeisst, erinnert mich an das Openair in Frauenfeld und lässt jegliche Kinderstube vermissen. Wem die "Musik" nicht gefällt oder das "Tanzen" wie mir, muss ja auch nicht hingehen! Ich verstehe unter diesen Bezeichnungen etwas anderes!