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Zürich ist im kommenden Mai die Schwulen- und Lesbenhauptstadt Europas: Einen Monat lang ist EuroPride. Jedes Jahr kommt diese Ehre einer anderen Stadt zu – politische und kulturelle Veranstaltungen sind geplant, aber auch eine grosse Parade.
Zehnmal grösser als der Schwulen-Feiertag Christopher Street Day und friedlicher als die Street Parade soll die EuroPride sein, verspricht Pierre André Rosselet, Co-Präsident der Euro Pride-Mitveranstalterin Pink Cross. Er erwartet 100 000 Teilnehmer.
Für Daniel Regli ist das eine Katastrophe. Der Präsident des bibeltreuen Vereins «Familienlobby Schweiz» (hat schon sieben Mitglieder) schlägt Alarm.
Nichts weniger als die «Zerstörung der traditionellen Familie» als «von Gott geschaffene Institution» sieht der Verein in den Schwulen und Lesben.
Regli vergleicht die EuroPride sogar mit dem Drogenelend am Platzspitz oder dem Debakel um die nachrichtenlosen Vermögen aus dem Zweiten Weltkrieg.
Dagegen sammelt der Verein jetzt Unterschriften: 10 000 Petitionsbögen will die «Familienlobby» schon verteilt haben. Und bittet darin die Zürcher Stadtregierung, die Euro Pride zu verbieten.
«Weil wir glauben, dass diese PR-Maschinerie der homosexuellen Szene falsche Signale sendet», sagt Regli. «Gerade bei Jugendlichen, die in einer Phase der sexuellen Selbstfindung sind, braucht es oft nicht viel, und sie orientieren sich daran.»
Die Organisatoren schütteln nur den Kopf: «Akzeptanz und Liebe ist doch das Wichtigste in der Familie, also schaden diese Leute mit ihrem Kampf gegen Homosexuelle der Familie», sagt Pink-Cross-Co-Präsident Rosselet.
Auch Zürich Tourismus macht sich stark für den farbigen Homo-Monat Mai 09. «Seit Jahrzehnten hat Zürich eine sehr offene Haltung gegenüber Schwulen und Lesben. Deshalb soll Zürich als tolerante Stadt auch die EuroPride austragen», sagt der Zürcher Tourismusdirektor Frank Bumann. «Es wäre eine europaweite Blamage, wenn der Anlass ins Wasser fallen würde.»
Momentan schaut es aber nicht danach aus: Seit letzten Mai sind laut Regli gerade mal 350 unterschriebene Petitionsbögen zurückgekommen.
Glauben Sie, dass ein Schwulenfest tradionelle Familienwerte zerstören kann?
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Daniel Regli, Präsident des Vereins «Familienlobby Schweiz» sammelt Unterschriften gegen das Schwulenfest. (ZVG)