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Am zweiten Tag des Prozesses um den Zwillings-Mord von Horgen zeigte die mutmassliche Mörderin Bianca B. erstmals Emotionen. Sie starrte auf den Boden, als Gerichtsmediziner Bruno Vonlanthen die Obduktionsbilder der ermordeten Zwillinge Mario und Céline zeigte.
Dann konnte sie nicht mehr: Tränen kullerten und sie schluchzte laut. Die schrecklichen Bilder ihrer erwürgten Kinder liessen auch die bis dahin reglose und gefasst wirkende Angeklagte nicht kalt.
«Es war absolut grotesk»
Die Notärztin beschrieb vor Gericht ein eigenartiges Bild des Tatorts. «Die ganze Wohnung hat absolut leblos und beengend gewirkt. Nirgends hingen Kindezeichnungen. Es war absolut grotesk, ich fühlte mich wie im falschen Film.»
Als sie um 02.37 Uhr zu den beiden Kinder gestossen sei, habe sie versucht, die kleine Céline zu reanimieren. «Doch ich konnte nichts mehr machen», sagt die Notärztin. Der Körper von Mario sei schon bei ihrem Eintreffen sehr steif gewesen und sein Kopf leicht abgedreht. Deshalb habe sie gar keine Reanimationsversuche unternommen.
Bizarr: Gemäss der Ärztin trug die siebenjährige Céline Windeln. Beide Kinder seien wie Puppen angezogen gewesen. Alles habe perfekt gesessen. Auch das Kinderzimmer habe, wie die ganze Wohnung, sehr steril gewirkt. Zudem sei es für sie sehr befremdend gewesen, dass die Eltern den Tod ihrer Kinder einfach hingenommen hätten. «Sie versuchten nicht, die Kinder wiederzubeleben».
Keine Einbruchsspuren
Der Polizist, der als erster am Tatort eintraf, gab zu Protokoll, dass die Eltern ihm von einem Einbruch erzählten. Doch es habe keinerlei Anzeichen dafür gegeben. Weder Kratzspuren an Fenstern und Türen noch Fussspuren vor dem Haus.
Bianca B. und ihr Mann seien sich schliesslich in die Arme gefallen. Dann habe die Mutter «Nicht schon wieder geschluchzt.» Worauf der Polizist nachgefragt habe, wie sie das meine. Da habe Bianca B. berichtet, dass sie schon vor acht Jahren ein Kind verloren hätten.
Am Atmen gehindert
Bruno Vonlanthen erläuterte den Obduktionsbericht. Die Kinder seien massiv festgehalten und durch Umklammerung des Brustkorbs am Atmen gehindert worden.
Beide Kinder hätten punktförmige Einblutungen im Gesicht aufgewiesen. Ein klares Indiz für Strangulation, wie Vonlanthen sagte. Zudem habe man bei Céline Würgemale am Hals entdeckt.
Vonlanthen wies zudem darauf hin, dass beide Elternteile zur Tatzeit nicht durch Drogen oder Medikamente geistig beeinträchtigt gewesen seien. Das ergab ein Tests, die kuz nach der Tat durchgeführt wurde.
Morgen wird Franz B., der Vater der ermodeten Kinder, vor Gericht aussagen. Blick.ch berichtet live aus dem Gerichtssaal.