ZÜRICH – Gestern krachte der beste Basejumper der Schweiz auf den Asphalt vor den Sunrise Tower. Noch immer liegt er auf der Intensivstation – und sein Zustand ist kritisch.
Ueli Gegenschatz ist ein Pionier der Basejumper-Szene und ein absoluter Profi. Gestern sollte er vom 88 Meter hohen
Sunrise Tower in Zürich-Oerlikon springen. Doch der Werbegag von Sunrise und Red Bull ging schief.Zwar öffnete sich der Schirm des 38-jährigen Appenzellers normal, doch dann streifte er das Dach eines tiefer liegenden Gebäudes und stürzte ab.«Lebensbedrohliche Verletzungen»Gegenschatz blieb bewusstlos liegen. Als er erwachte, entschuldigte er sich für den misslungenen Sprung. Mit mehreren komplizierten Knochenbrüchen, unter anderem einem Becken- und Ellbogenbruch, wurde er ins Spital gebracht. Er musste auf die Intensivstation verlegt werden, wie Stadtpolizei-Sprecher Michael Wirz gegenüber Blick.ch bestätigt.Wie «TeleZüri» jetzt berichtet, wurde Gegenschatz inzwischen operiert. Zwar sagte sein Arbeitgeber Adrian Künzli heute, «es geht ihm den Umständen entsprechend gut», doch die Lage hat sich offenbar geändert. Wie die Stadtpolizei Zürich mitteilt, sei der Schweregrad seiner Verletzung «kritisch» und sein Zustand «lebensbedrohlich»!Legaler SprungEin Basejump birgt zwar ein gewisses Risiko in sich, dennoch war die Aktion legal. Gemäss Wirz müsse auf privatem Grund nur der Gebäudebesitzer eine Bewilligung erteilen. Da Sunrise den Event mitorganisierte, lag diese vor.Auch die eher geringe Höhe von 80 Meter ist unter Basejumpern üblich. 2007 sprang der Belgier Johan Vervoort sogar von einem Turm aus nur 22 Meter Höhe. Dies dürfte die tiefste und «sicher» gesprungene Höhe sein, bei der sich der Fallschirm noch öffnete.Kalkuliertes RisikoNoch vor zwei Wochen war Ueli Gegenschatz Gast der «sportlounge» von
SF. Dort appellierte er an die Eigenverantwortung der Basejumper. Wenn man sich gut vorbereite und alle Sicherheitsmassnahmen befolge, bestehe beim Sprung nur noch ein kalkulierbares Rest-Risiko. Bei mehr als 1500 Sprüngen sei die schlimmste Verletzung ein gebrochener Fuss gewesen, sagte er in der Sendung. (gca)