ZÜRICH - Rasenstreifen, Riesenschirme und der alte Kiosk gehören bald der Vergangenheit an.
Die Stammgäste der Badi Mythenquai sind entsetzt. Ihre geliebte Badi wird im Winter 2013/14 umgebaut – und soll danach so gar nicht mehr ihrem Geschmack entsprechen. Einer der Hauptkritikpunkte: Der schmale Rasenstreifen zwischen Sandstrand und Asphaltweg kommt weg und wird mit Sand aufgeschüttet.
«Viele Eltern mit Kleinkindern sind froh um diesen Rasenplatz, weil sie von dort ihre Kleinen im Auge behalten können», schreibt Stephan Lerch in einem Brief an Grün Stadt Zürich, der Blick.ch vorliegt. Lerch ist Stammgast in der Badi Mythenquai und hat sich mit anderen zusammengeschlossen, um die Badi zu retten. Er kritisiert auch, dass eine Verbreiterung des Sandabschnitts Sandverwehungen fördere. Zudem würden ohnehin nur wenige Badegäste auf dem Sand liegen. Wieso soll man also diesen Abschnitt verbreitern?
Kurt Gfeller, Projektleiter bei Grün Stadt Zürich, sieht das anders: «Aus unserer Sicht ist der Sandstrand der zentrale Publikumsmagnet des Strandbads Mythenquai.» Der Rasenstreifen dagegen sei zwar auch beliebt, die «durchgehende Reihe ausgebreiteter Badetücher» würde aber anderen Gästen den Zugang zum Wasser versperren.
Für Unmut bei den Stammgästen sorgt auch das neue Gastrogebäude. Das Projekt «Zeitgeist», das den Wettbewerb gewonnen hat, wird nicht dort gebaut, wo jetzt der alte Kiosk steht, sondern weiter hinten. Damit fallen die gelben Riesenschirme und die bei den Stammgästen zum Jassen beliebten Sitzplätze auf der Rückseite weg. «Da wird hinten an der lärmigen Strasse ein Restaurant kreiert... Unfassbar!», sagt Lerch. Gfeller kontert: «Die Lage ist nicht lärmiger. Im Gegenteil, durch die geplante Anordnung wird der Strassenlärm abgeschirmt.»
Stammgast Silvia Piechna (64) findet es schade, dass die Stammgäste nicht in die Planung miteinbezogen wurden. «Wir fühlen uns übergangen.»
Noch ist das letzte Wort nicht gesprochen: «Es gibt immer einen Spielraum in der Planung, solange dieser nicht das Projekt grundsätzlich in Frage stellt», sagt Gfeller. Ausserdem wurde die Baubewilligung noch nicht erteilt.
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