Anwohner beobachtete Wild West in Wiedikon vom Balkon «Der Angreifer rief ‹Allahu akbar›»

Am Sonntagmorgen kam es in Zürich-Wiedikon zu einem Grosseinsatz der Polizei. Grund dafür war ein Mann, der mit einem Metzgermesser unterwegs war.

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Was passierte gestern in aller Herrgottsfrühe in Zürich-Wiedikon? Kurz nach sechs Uhr bemerkt eine Streife der Stadtpolizei Zürich an der Birmensdorferstrasse einen 42-jährigen Äthiopier mit einem Metzgermesser. Länge des Messers: 25 Zentimeter. Die Beamten fordern eine zweite Patrouille zur Verstärkung an.

Judith Hödl, die Sprecherin der Stadtpolizei sagt: «Als der Bewaffnete die Polizisten erblickte, rannte er mit dem Messer in der Hand auf die Uniformierten los.» Zwei Beamte schiessen auf den Angreifer. Die Polizisten hätten den Messermann zuerst gewarnt, sagt Hödl. Der Äthiopier erleidet laut Polizei «unbestimmte Schussverletzungen». Er wurde notoperiert, und sein Zustand ist kritisch, aber stabil. Die Polizisten bleiben unverletzt. Mehr Informationen werden nicht bekannt gegeben. Was bleibt, sind offene Fragen.

Augenschein am Einsatzort: Die Strasse ist mit Patronenhülsen übersät. Am Boden verstreut finden sich neben einer grossen Blutlache mindestens ein Dutzend Hülsen. Ein Anwohner erinnert sich: «Es klang wie ein Maschinengewehr.»

In mehreren umliegenden Gebäuden sind Einschusslöcher zu sehen. Eine Kugel traf das vietnamesische Restaurant Ha Noi auf der gegenüberliegenden Strassenseite. Dessen Geschäftsführerin Bich Ngoc sagt: «Die Polizei hat mich alarmiert. Die Kugel liegt noch im Raum. Zum Glück war zu der Zeit niemand hier.»

Auffällig ist: Mindestens zweimal wurden die eigenen Polizeifahrzeuge von Kugeln getroffen. Wie viele Schüsse wurden insgesamt abgegeben? Auskunft der Stadtpolizei: «Dazu können wir momentan nichts sagen.»

Unklar ist auch das Motiv des Messermannes. Davor Farkas (50) wohnt nur ein paar Meter entfernt und hat die Szene von seinem Balkon aus beobachtet. Er ist sicher: «Der Angreifer hat ‹Allahu akbar› gerufen – mindestens zwei Mal.» Hat der Messermann ein islamistisches Motiv? Könnte er es auf eine der zahlreichen jüdischen Einrichtungen im Quartier abgesehen haben? Die Sprecherin der Stadtpolizei Judith Hödl: «Dazu können wir im Moment nichts sagen.»

In der jüdischen Gemeinde ist man angespannt. Dow Zonszajn (57): «Die Leute in der Synagoge heute waren ziemlich verunsichert. Auch dort erzählten sich die Gläubigen, dass der Angreifer ‹Allahu akbar› gerufen habe.» Immer wieder wenden sich jüdische Anwohner an den BLICK-Reporter. Sie fragen: «Hat die Tat einen antisemitischen oder terroristischen Hintergrund?»

Einer sagt: «Solche Szenen und so viele Hülsen auf der Strasse kannte ich bisher eigentlich nur aus Jerusalem. In Zürich sind mir solche Bilder neu!»

Publiziert am 27.12.2015 | Aktualisiert am 28.12.2015
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Wild West in Zürich Wiedikon Polizei schiesst auf Angreifer

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34 Kommentare
  • Max  Brüllhardt 28.12.2015
    spinner gibt es immer wieder auch bei angenommener DSI; man sollte erwarten dass die Polizei soche situationen professionell im Griff hat was in diesem Fall absolut nicht der Fall sein kann. Ich hätte nicht gedacht dass unsere Polizei so unkontrolliert agiert nur zur Erinnerung es gibt auch teaser...; was sind eigenltich genau die internen Regeln/Bedingungen zum Ziehen der Waffe. Also ich gehen den jungs und mädels in uniform noch mehr aus dem Weg in Zukunft, man weiss ja nie ... überreaktion
  • Josef  Rutz aus Neuhausen
    28.12.2015
    Jetzt geht es nur noch um Eines - Lügen, was das Zeug hält. Seit 2009 hatte die Polizei Taser, womit ein Angreifer augenblicklich und ohne hässliche Löcher im "Pelz", handlungsunfähig gemacht werden kann.

    Diese Polizisten sind ja gemeingefährlich. Ein Wunder, dass sie nach dem Beschuss der Gebäude und ihrer Autos nicht auch noch auf einander selbst geschossen haben.

    Hier geht es um etwas anderes: Schnellst mögliche Durchsetzung der absoluten Kontrolle! ... In Arbeit - auf meiner Webseite
  • Wolfgang  Gallin aus Berlin
    28.12.2015
    wenn ein Polizist, egal mit welchem gegenstand bedroht wird, muss es ihm freigestellt sein, auch die schusswaffe einzusetzen. es ist doch nicht mehr hinzunehmen, was die polizei sich alles anhören und gefallen lassen muß.
  • Polizist  XY 28.12.2015
    Nur so zur Info...
    Die Polizei benutzt seit 2006 flächendeckend Deformationsmunition. Die Geschosse expandieren kontrolliert auf 10,2 mm auf und produzieren keine Splitter. Dadurch wird das Durchschussrisiko minimiert.
    Ein Vollmantelgeschoss wird aufgrund der grossen Durchschlagskraft und der mangelnden Stoppwirkung nicht mehr verwendet.
  • Reto  Burgener 28.12.2015
    Dem Durchschnitts-Blick-Leser scheint es wieder mal nicht aufzufallen, dass die populistische Meinung, wir hätten Kuscheljustiz und nur gutmütige Polizisten weit weg sind von der Realität. Unsere Polizei macht sicher zum grossen Teil einen guten Job. Sie ist aber knallhart und das darf schon thematisiert werden, ob sie überreagiert und ob da eine Tendenz zu brutalerem Vorgehen entsteht.