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Grosse Aufregung gestern vor dem Bezirksgefängnis Winterthur: Nachdem BLICK enthüllt, dass der Starregisseur Roman Polanski hier hinter Gittern sitzt, stehen sich dort Fotografen, Radioreporter und TV-Teams die Beine in den Bauch.
Drinnen gibts Frühstück für die Insassen. Auch für Polanski, den Ehrengast des Zurich Film Festival, der seit seiner Verhaftung heute vor drei Wochen in Auslieferungshaft sitzt. Weil er nach der Vergewaltigung einer 13-Jährigen im Jahr 1977 und der Flucht vor den US-Behörden international gesucht wird. Für den Oscar-Gewinner gibts jeden Tag Brot, Butter und Konfi. Dazu Milch, Tee oder Kaffee.
10.16 Uhr: Ein weisser Ford-Kastenwagen fährt beim Knast vor. Drinnen sitzen zwei uniformierte Zürcher Kantonspolizisten: ein Gefangenentransport.
10.20 Uhr: Der Kastenwagen fährt vom Areal. BLICK weiss: An Bord ist Roman Polanski.
10.38 Uhr: In Winterthur fährt ein Renault Laguna mit Konsulats-Kennzeichen vor. Der französische Generalkonsul Jean-Luc Fauré-Tournaire steigt aus. Unter dem Arm trägt er Zeitschriften und Zeitungen. Und ein Geschenk für seinen Landsmann Polanski: eine kleine Früchte-Auswahl, darunter eine Birne und Trauben.
10.43 Uhr: Generalkonsul Fauré-Tournaire steht wieder draussen. Seine Geschenke hat er noch bei sich. Den Journalisten sagt er: «Sie warten umsonst hier. Heute werden Sie ihn nicht zu Gesicht bekommen.» Er fährt davon.
11.40 Uhr: BLICK klingelt beim französischen Generalkonsulat an der Signaustrasse in Zürich. Ist Fauré-Tournaire zu sprechen? «Nein, der Botschafter ist ausser Haus», sagt die Dame am Empfang.
Ist Jean-Luc Fauré-Tournaire auf Krankenbesuch bei Roman Polanski? Denn: Der Transporter brachte den Regisseur in ein Spital im Kanton Zürich.
«Es ist wahrscheinlich nichts Schlimmes», weiss ein Berner Justiz-Insider. «Doch Polanski muss wohl ein bis zwei Tage das Spitalbett hüten.» Der Grund: ein medizinisches Problem, das schon vor seiner Verhaftung in der Schweiz bestand. «Es kann jedoch nicht ambulant behandelt werden.»
14.59 Uhr: Ausserplanmässig bleibt das französische Konsulat geschlossen. Ein Auto der Schweizer Militärpolizei hält an. Zwei bewaffnete Männer steigen aus, gehen ums Haus. «Reine Routinekontrolle.»
15.22 Uhr: Jean-Luc Fauré-Tournaire kehrt zum Konsulat zurück. Er nimmt den Hintereingang.
15.40 Uhr: Der weisse Gefangenen-Kastenwagen kehrt nach Winterthur zurück, fährt in die Garage. Kein Regisseur an Bord.
16.02 Uhr: Auch im Chalet von Roman Polanski («Milky Way», Milchstrasse) in Gstaad BE regt sich nichts. Der auf den Regisseur eingelöste Range Rover steht seit Wochen unbewegt in der Garage, die Fensterläden sind bis auf einen einzigen geschlossen.
16.30 Uhr: BLICK ruft beim französischen Anwalt Hervé
Temime an. Polanskis Verteidiger hatte angekündigt, dass das Gericht «noch diese Woche» über das Schicksal seines Klienten entscheidet. Haben die Richter einen Beschluss gefasst? Temime: «Dazu möchte ich nichts sagen.» Auch beim Bundesstrafgericht heisst es: «Kein Kommentar.»
Roman Polanski wird wahrscheinlich frühestens morgen nach Winterthur zurückkehren. Dann steht auf dem Speisezettel des Bezirksgefängnisses: Pouletschnitzeli.