Energy4ever! 3000 demonstrieren für Radio

  • Publiziert: 03.10.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Nicole Freudiger und Lukas Rüttimann

«Stahn uf für Energy Züri!» Fans, Stars und Politiker kämpfen am Zürcher Bürkliplatz für ihr Radio. Und im Äther packt Rapper Gimma die Keule aus.

Sie stehen auf die Abschrankungen und kreischen. Doch es ist kein Superstar, dem die Begeisterung von 3000 Fans entgegen schlägt. Es ist Energy Züri, das vor dem Aus steht. Weil ihm der Bund die Konzession aberkannt hat.

Für Rapper Gimma (31) die Gelegenheit, seinem Unmut in seiner typischen Art und Weise Ausdruck zu verleihen: «Fuck you, Moritz!», rappt er auf Radio Energy an die Adresse von Bundesrat Leuenberger. Denn gehts nach dem Medienminister, kann Energy noch genau 93 Tage senden, dann ist fertig.

Doch Energy kämpft. Mit einer Solidaritätsveranstaltung für alle, die den Sender unterstützen. «Wir lassen uns nicht wie Lämmer zur Schlachtbank führen», sagt Moderator Roman Kilchsperger (39). «Wir sind hier, um die Leute zu sehen, die hinter uns stehen: Danke!»

Die Unterstützung ist riesig: Stars wie Bligg (33), Stress (31), Baschi (23), Adrian Stern (34) sind gekommen; nur Skandal-Rapper Gimma fehlt. Dafür sind Moderatoren wie Karin Lanz (32), Eva Camenzind (29) und Fabienne Heyne (26) da. Sie alle kämpfen für Energy: «Weil sowas einfach nicht geht», ruft Baschi. «E Riiseschweinerei. Energy forever!», schreit Bligg.

Als er auf der Bühne auf und ab hüpft und «Stahn uf» singt – den Protestsong für Energy – kocht die Stimmung über. «You’ll never walk alone» steht mit blauer Schrift auf einem zwei Meter breiten Plakat. «Weil Energy einfach zu Zürich gehört», sagt Josua (13).

Der Kampf für Energy vereint sogar Politiker: FDP-Nationalrat Filippo Leutenegger (56), SVP-Nationalrätin Natalie Rickli (32) und Nicolas Galladé (34), Präsident der SP des Kantons Zürich, sind sich für einmal einig: Es ist eine Schande, dass ein erfolgreicher Sender verschwindet und 60 Arbeitsplätze gekillt werden sollen!