Banden auf Diebestour Zürcher Zoo muss seine Nashörner vor Wilderern schützen

ZÜRICH - Auch bei uns könnten Diebesbanden die Rhinozerosse abschlachten – wegen ihrer Hörner, die auf dem Schwarzmarkt viel Geld einbringen.

  • Publiziert: 06.08.2012
  • Von Andrea Schmits
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Dieses Nashorn im Zoo Zürich ist gefährdet.

(Zoo Zürich)

Diebesbanden aus Osteuropa machen derzeit weltweit Zoos und ­Museen unsicher: Sie schlachten Rhinozerosse ab, um ihre Hörner auf dem Schwarzmarkt in China teuer zu verkaufen.

Die Gefahr spürt auch der Zoo ­Zürich: Wie Radio 24 heute berichtet, hat die Zoo-Leitung Sicherheitsmassnahmen getroffen, um seine drei Nashörner zu schützen.

«Was genau wir unternommen haben, möchte ich aus Sicherheitsgründen nicht bekannt geben», sagt Zoo-Direktor Alex Rübel zu Blick am Abend.

Rübel selbst wurde vor einiger Zeit im Lewa Wildlife Conservancy in ­Kenia Zeuge der Gräueltaten. «Obwohl der Park sehr gut bewacht war, erschossen Wilderer zwei Nashörner», sagt Rübel. So etwas wolle er in Zürich verhindern. «Ich hoffe nicht, dass unsere Tiere je Opfer von solchen Diebesbanden werden.»

Natürlich sei so eine Tat in einem Zoo viel schwieriger zu begehen als in einem riesigen Tierreservat. «Doch wir wollen den Dieben keine Gelegenheit geben», sagt Rübel.

60'000 Dollar für ein Kilo Horn

Das Pulver zermahlener Hörner gilt in Asien als ­Potenz- und Heilmittel und ist entsprechend begehrt. Im Jemen wird das Horn auch als Handgriff für Dolche verwendet. «Für ein Kilo Horn gibt es auf dem Schwarzmarkt um die 60'000 US-Dollar», sagt ­Rübel. Ein Horn wiege etwa vier bis fünf Kilo.

Die Diebe haben nicht nur lebende Nashörner in Zoos und Tierreservaten im Visier, sondern auch ausgestellte Präparate in Privatbesitz oder in Museen.

Erst vergangene Woche wurden im österreichischen Krems vier Männer aus Polen verurteilt, weil sie Rhinozeros-Teile aus einer Burg gestohlen hatten.

Das Naturhistorische Museum des zoologischen Instituts in Zürich und das Naturmuseum in Winterthur sind vor derartigen Übergriffen sicher: Sie ­haben keine Nashorn-Hörner ausgestellt.

Beliebteste Kommentare

  • Danny  Jakob , via Facebook
    Nur der Grösste Witz dabei ist, die Wilderer und die die das Potenzmittel kaufen, könnten genau so gut ihre eigenen Zehennägel fressen... Genau der gleiche Effekt: KEINER!!!!! Ist wissenschaftlich bewiesen worden, dass die absoluter HUmbug ist. Und die Nationen die das verkaufen, sollten zur Kasse gebeten werden - Asiatischer Raum
  • Meier  Daniel
    woführ brauchen die Chinesen Potenzmittel? Gibt doch schon über eine Milliarden von denen.

Alle Kommentare (10)

  • Antonietta  Tumminello
    Jedes Jahr beschlagnahmt der Zoll Tausende von Wildtierprodukten, die Reisende aus fernen Urlaubsländern mitbringen. Die meisten dieser Gegenstände sind Souvenirs, die aus gefährdeten oder vom Aussterben bedrohten Tieren hergestellt sind.
    Im Reisegepäck befinden sich dann z. B. Elfenbeinschnitzereien und -schmuck, Accessoires aus Schildkrötenpanzer, Handtaschen, Gürtel und Schuhe aus Reptilienhaut, Felle von Großkatzen, Designartikel aus Stachelschweinspießen, sowie Korallen und Muscheln. Die Vielfalt an Produkten aus Wildtieren sind hier fast keine Grenzen gesetzt.
    Leider sind sich die meisten Touristen nicht bewusst, dass Wildtiere in vielen Fällen geschützt sind und der Kauf solcher Souvenirs damit illegal ist. Nicht selten werden die Reiseandenken im Urlaubsgebiet auf Märkten, in Antikgeschäften, am Strand und sogar am Flughafen und in Hotels offen angeboten. Der blutige Hintergrund dieser „tödlichen“ Souvenirs wird verschwiegen und gesetzliche Bestimmungen ignoriert.
    • 07.08.2012
    • 12
    • 1
  • Beatrice  Gräub , Merenschwand
    eifach nur krank,diese leute,nehmt einfach viagra oder was es sonst noch gibt, aber lasst diese unschuldigen tiere leben,die können euch ja nicht helfen
    • 06.08.2012
    • 57
    • 1
  • Hanspeter  Niederer
    Es würde mich interessieren, was die chinesische Wissenschaft zu diesem Märchen verlauten lässt.Wer dieses Pulver verkauft, sollte in den Knast wandern.
    • 06.08.2012
    • 52
    • 4
  • Fred  Bartlome
    Wahrscheinlich wird es bald so weit sein, dass die Todesstrafe fuer solche unglaubliche Verbrechen wieder eingefuehrt werden muss.
  • Ramon  Lampert
    Unglaublich dass heutzutage immer noch Leute über solch absurdes Gedankengut verfügen.
    Täglich werden ebenso bei tausenden von Haifischen bei lebendigem Leib grausam die Flossen abgeschnitten, der Rest wird nicht verwertet und wird wieder zurück ins Meer geschmissen.
    Tiere haben es ebenso wie der Mensch verdient zu leben, ausgenommen die lästigen Mücken und Fliegen in unseren Zimmern.
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