«Zu viele Schwarze» geht in Ordnung

  • Publiziert: 13.09.2007, Aktualisiert: 03.01.2012
LUGANO – Ob das woanders auch durchgegangen wäre? Die Tessiner Staatsanwaltschaft jedenfalls drückt im Fall der fragwürdigen Aussage Giuliano Bignascas über zu viele dunkelhäutige Spieler in der Schweizer Nati ein Auge zu.

«Einen schokoladenfarbigen Fussballer kann man akzeptieren. Drei sind jedoch entschieden zu viel». Dies schrieb Lega-Chef Giuliano Bignasca in einem Parteiblatt.

Und kommt dennoch mit einem blauen Auge davon: Denn für die Tessiner Staatsanwaltschaft hat Bignasca die Rassismusstrafnorm nicht verletzt. Die eingeleitete Voruntersuchung wird also eingestellt.

Diese wurde durch den Bericht «Zuviel Schwarze in der Nationalmannschaft» auf der Frontseite des Lega-Organs «Mattino della domenica» ausgelöst. Darin schrieb der umstrittene Tessiner Politiker neben seinen Ansichten über die Überbesetzung der Nationalmannschaft durch dunkelhäutige Kicker auch, dass die Schweiz weder Kolonialland noch Ableger Afrikas sei.

Der Titel des Artikels lautete: «Zu viele Schwarze in der Nationalelf». Bignasca begründete seine Meinung damit, dass die Schweiz nie eine imperialistische Nation mit Kolonien gewesen sei. Zudem gehöre sie bis zum Beweis des Gegenteils nicht zu Afrika.

Bignascas Äusserungen stiessen auf heftige Kritik. Und dies sogar innerhalb der Lega dei Ticinesi: Selbst Lega-Staatsrat Marco Borradori distanzierte sich von dem Artikel, wie er gegenüber mehreren Tessiner Medien sagte. (AP/gux)

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