Zu viele Fahrer auf zu wenigen Pisten: Darum ist Skifahren so gefährlich

Kunstschnee und kaum vollständig geöffnete Skigebiete: Ski- und Snowboardfahrer litten über die Festtage unter Dichtestress am Berg. Die Unfallzahlen sprechen Bände.

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So wenig Schnee wie im Dezember gab es seit fast hundert Jahren nicht mehr, vor allem im Südosten. Dennoch waren über die Feiertage die Skipisten voll und die Helis der Rega im Einsatz. Jede zweite Rettung galt Wintersportlern. Vom 23. bis Ende Dezember flog die Rega 166 Schnee-Opfer ins Spital, 48 mehr als im vergangenen Jahr. Der Grund: Abfahrtsstau.

Dasselbe Bild im Wallis: Es kam laut Air-Zermatt-CEO Gerold Biner vermehrt zu Kollisionen. Allein in den Tagen zwischen Weihnachten und dem 3. Januar musste die Air Zermatt 112 Helikopterrettungen durchführen.

St. Moritz GR: Donnerstag, 17.12. 2015, 12.50 Uhr, ca. 4 Grad: Weisse Streifen auf braunem Grund im Skigebiet Corviglia. Im Vordergrund die Station El Paradiso auf 2196 Metern. play

St. Moritz GR: Donnerstag, 17.12. 2015, 12.50 Uhr, ca. 4 Grad: Weisse Streifen auf braunem Grund im Skigebiet Corviglia. Im Vordergrund die Station El Paradiso auf 2196 Metern.

Niklaus Wächter

 

«Es drängte sich alles auf den engen Pisten, die technisch beschneit wurden», sagt Samuli Aegerter (41). Er ist bei der Suva Kampagnenleiter Schneesport. Doch nicht nur überfüllte Pisten seien gefährlich. Auch die dünne Schneedecke habe es in sich. «Oft ist die Piste welliger und härter als bei reichlich Naturschnee», sagt Aegerter. «Skifahrer und Snowboarder werden schneller und sind zuweilen überfordert.»

Sein Tipp: «Die erste Fahrt vorsichtig angehen, die Piste erst mal abchecken!» Die Statistik spricht für sich: Die Schwere der Verletzungen hat zugenommen. Vor allem bei den Brüchen. «Wir verzeichnen häufiger Mehrfach-Verletzungen», sagt Aegerter, «das ist ein klares Indiz für höhere Abfahrtsgeschwindigkeiten.

Der Übungshang ist bereit für den Grossandrang über die Feiertage. play
So unverschneit zeigte sich in Arosa das Dorf am 22. Dezember. Valeriano Di Domenico

 

Andreas Keller (52) von den Seilbahnen Schweiz sagt: «Die meisten Pisten wurden in diesen Tagen technisch beschneit, die Kunden erwarten Schneegarantie.» Davon lebe Gastronomie und Gewerbe in den Wintersportorten. «Wer nicht mithält, ist schnell weg vom Fenster.»

Ist Kunstschnee die Antwort auf den Klimawandel? Olympiasieger und Rennanalyst Bernhard Russi (67) bleibt gelassen: «Milde Winter gibt es immer wieder.»

Inzwischen hat sich die Schnee-Situation in den Bergen entspannt. Auch in den Nächsten Tagen erwarten die Meteorologen in den höheren Regionen viel Neuschnee.

Publiziert am 06.01.2016 | Aktualisiert am 06.01.2016
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Exklusive Luftaufnahmen zeigen Den Schweizer Skigebieten fehlt der Schnee

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4 Kommentare
  • alois  Leimgruber aus Villmergen
    07.01.2016
    Was heute alles überbaut wurde in den Skigebieten ist reine Umweltzerstörung, man muss nur die Massen sehen die jedes Wochenende in die Skigebiete reisen.
  • Martin  Arnold aus Derendingen
    06.01.2016
    Es ist wie auf der Strasse, man muss sich den Bedingungen anpassen. Das geht wie auf der Strasse vielen ab. Ein Phänomen der ICH Gesellschaft. Ellbogen raus und durch......
  • Arthur  Zwahlen aus Graubünden
    06.01.2016
    Hören sie doch auf mit solchen Horrormeldungen gegen den CH-Berg-Tourismus. Die Tatsache ist, dass viele Pisten in einem hervorragenden Zustand sind. Auch die Fotos, die gezeigt werden, sind alt und entsprechen den Zustand vor einigen Wochen. Jetzt ist alles weiss.
  • Oliver  Hardy 06.01.2016
    Irgendwann wird es in den klassischen Wintersport Orten keinen Schnee mehr geben.Ich würde mich nicht mehr auf die Schneekanonen verlassen.Ein Umdenken muss stattfinden bevor es zu spät ist.Niemand würde einen Strandurlaub buchen, wenn es vor Ort keine Sonne, Wärme und Bademöglichkeit gibt