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Pick-up-Ausgraben in der Sahara: Christian H. auf Tour (2004). (ZVG)
Christian H.* (57) hat Rückenschmerzen. Die Diagnose will der Zürcher zwar nicht nennen. «Das ist meine Privatsache. Es geht um eine fehlende Bandscheibe und ein paar steife Wirbel.» Aber die Folgen verrät er BLICK: «Ich konnte als Polizist nicht mehr so lang am Tatort rumstehen.»
Seit fünf Jahren erhält er nun eine IV-Rente von 50 Prozent. «Ich beantragte sie nicht aus eigener Initiative. Mein Chef schickte mich zum Vertrauensarzt. Eine Klinik diagnostizierte dann ein Rückenleiden.»
Seither hat Christian H. einen Teilzeit-Bürojob: 50 Prozent bei der Dienstabteilung Verkehr im Zürcher Polizeidepartement. Dort überwacht er mit seinen Kollegen etwa das Parkkartensystem oder die Signalisation in Zürich. Dabei ist es ja nicht nur das lange Stehen, das ihm Beschwerden macht: «Ich kann zum Beispiel nicht sechs Stunden in einem Flugzeug sitzen.»
Darum fährt Christian R. mit dem 4x4-Geländewagen nach Genua (I), schifft sich dort ein und ruht sich auf dem Schiff aus, wie er sagt.
Denn in Nordafrika geht er, mit kaputtem Rücken, auf Wüstentour. Brettert und klettert durch die algerische, tunesische und – bis zur Gaddafi-Krise – durch die libysche Sahara. Mit dabei sind zahlende Gäste. Die Touren werden organisiert von der Firma seiner Frau und seines Sohnes. «Aber Chrigi ist der Reiseleiter», sagt ein Wüstentourist der Sahara-Team GmbH.
Und die stundenlangen Touren haben es in sich. «Die Piste ist sehr holprig», schreibt Uschi R.* im Tagebuch über die Tunesien-Tour an Ostern 2009. «Hoffentlich dauert dieses Geholper nicht zu lange. Ich habe nämlich bereits Kopfweh.» Bei 37 Grad gehts über Riesendünen. Uschi R.: «Die Frauen sind am Schaufeln, Stossen und ‹Sandblecheln›. Chrigi hat bereits vier von fünf Fahrzeugen selbst hochgefahren.»
Auch Christian H. selbst stellt Reiseberichte ins Netz. «Unsere Kolonne gerät ins Stocken, das Fahren wird anspruchsvoll», schreibt er über die Tunesien-Tour an Weihnachten/Neujahr 2008/2009. Aber sein fahrerisches Können gibt er gerne weiter: in Fahrparcours durch den Sahara-Sand. «Die Desert Challenge bietet Gelegenheit, sich unter natürlichen erschwerten Bedingungen der Herausforderung an Mensch und Maschine zu stellen», wirbt er dafür.
Nicht selten sind die Touren eine langwierige Qual: «Bis wir am See sind, legen wir gemäss Tacho neun Kilometer zurück und dazu benötigen wir 3,5 Stunden.» Ist das nicht strapaziös? IV-Bezüger Christian H. rechtfertigt sich: «So eine Tour ist weniger antrengend, als man denkt. Ich nehme auch Medikamente gegen die Schmerzen.»
Überhaupt ärgert sich der Ex-Polizist über die Fragen von BLICK: «Ich bin kein IV-Schmarotzer. Jemand will mich aus persönlichen Gründen anschwärzen.»
* Namen der Redaktion bekannt
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Christian H. geniesst im Herbst 2008 die tunesische Wüste. (ZVG)