Bündner streiten über Skibeizen-Preise Zoff um 56-Franken-Schnipo

  • Publiziert: 16.02.2012, Aktualisiert: 17.02.2012
  • Von Christian Bischoff
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Teuere Ware – zumindest in bestimmten Bündner Bergbeizen.

(Blick.ch)

CHUR - GR - Zocken die Bergbeizer ihre Kunden ab? BDP-Politiker Ueli Bleiker, als Standespräsident höchster Bündner, prangert die Preise im Tourismuskanton Graubünden an. Seine Rede sorgt für Unmut.

In den Bergen liegt der Pulverschnee, die Sonne scheint (zumindest dieses Wochenende) und bei den Bergbeiz-Wirten klingelt die Kasse. Doch eine Rede, die der BDP-Grossrat und Parlamentspräsident Ueli Bleiker Anfang Woche vor dem kantonalen Parlament hielt, sorgt für schlechtes Wetter bei den Tourismusverantwortlichen.

Bleiker hat Angst, dass die von der Euro-Krise gebeutelten ausländischen Gäste sich «einen teuren Winterurlaub bei uns» zweimal überlegen würden. Darum wetterte er bei seiner Sessions-Eröffnungsrede vor dem grossen Rat über die Preise in der «Ferienecke der Schweiz».

«56 Franken für ein Schnitzel mit Pommes – und mag es noch so gut sein – oder eine vorgeschriebene Minimalkonsumation von 75 Franken auf einer zugegebenermassen sehr schönen Terrasse»  seien keine Beispiele für eine vernünftige Preispolitik, zitierte die «Südostschweiz» den Ratspräsidenten. Für eine Präzisierung seiner Beispiele war Standesherr Bleiker heute nicht erreichbar.

56 Stutz für ein Schnipo? 75 Franken Mindestausgaben für einen Platz in der Bergbeiz? Bleikers Aussagen sorgen für Unruhe im Kanton: «Einen Bärendienst» habe Bleiker der Gastrobranche erwiesen, sagt Fluregn Fravi von Gastro Graubünden. «Gerade in einer Zeit, in der wir es sowieso eher schwierig haben.» Bleikers Beispiele seien nicht repräsentativ. Im Durchschnitt seien die Preise in der Gastronomie immer noch eher moderat.

Jedem Gastronomen stehe es grundsätzlich frei, wie er seine Preise gestalten möchte. «Wenn ein Wirt im St. Moritzer Skigebiet 75 Franken Mindestkonsumation ansetzt und damit sein Lokal trotzdem noch füllen kann, dann spricht das wohl für seinen Standort und die Qualität seiner Dienstleistung, ist jedoch keinesfalls für die Preisgestaltung der Bündner Gastronomie repräsentativ», so Fravi.  Eigentlich würden viele Hotellerie-Betriebe ihre günstigen Essenspreise sogar quersubventionieren.

Abzocke oder Ausnahme? Wie sind Ihre Erfahrungen mit der Preispolitik in den Bergbeizen? Schreiben Sie uns!

Würden Sie 56 Franken für ein Schnipo zahlen?»

Kommentare (178)

  • Monica  Gähwiler , Embrach
    Unglauben macht sich breot! 56.- Franken für Schnitzel mit Pommes? Das ist Abriss erster Güte. Es gibt keine Kartoffeln aus Gold, und derjenige der sie maschinell schält hat auch keinen Herrschaftlichen Lohn! Die Landschaft ist Kostenlos zu haben, und die Gier gewisser Wirte mit Worten nicht zu beschreiben! Wasser predigen aber Wein saufen... Wie war das alte Sprichwort noch? "Wer nichts wird, wird Wirt!"
    • 18.02.2012
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  • Fabian  Schneider
    Da gehe ich doch lieber in den Denner und kaufe für etwas mehr als CHF 5.- ein Wiener Schnitzel, das im Übrigen sehr lecker ist!
    • 18.02.2012
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  • Leo  Erne
    Wir verbrachten jahrelang unsere Ferien im Wallis. Aber jetzt schon etwa zum 20. mal in Österreich. Uns wundert es schon lange nicht mehr, warum immer mehr Schweizer ihre Ferien in unserm östlichen Nachbarland verbringen. Die Tourismusbranche in der Schweiz müsste mal von ihrem hohen Ross herunterkommen, aber hohe Preise verlangen und gleichzeitig Jammern ist natürlich einfacher. Wahrscheinlich lernen sie es nie.
    • 17.02.2012
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  • andi  Matata
    Wer lesen kann, liest die Speisekarte, MUSS IM AUSHANG, SICHT + LESBAR SEIN, vom Gesetzt vorgeschrieben!
    Meidet solche Skiorte, geniesse die nicht so vornehmen, ICH KANN ES MIR JA LEISTEN. Wer trotzdem hin fährt ist selber Schuld und darf nicht jammern.Ich kann es mit halt NICHT leisten!!!!!!!
    • 17.02.2012
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  • Daniel  Meier
    Dass Gastrobetriebe hierzulande mehr bezahlen als in anderen europäischen Ländern ist Tatsache. Ich nenne den Einkaufspreis nicht, da ich nicht noch mehr Kohle ins Feuer schütten will damit. Doch bitte meine Damen und Herren. Ich bin selber in diesem Business tätig und ich weiss wie viel der Kilopreis für ein paniertes und vorgebratenes Schnitzel ist. In der Schweiz eingekauft, Ursprungsland Schweiz. Der Preis ist lächerlich im Vergleich was hier als Beispiel in diesem Artikel angegeben wird, Schnippo zu 56 Stutz. Das ist ja Irre!! Es gibt eben, wie in jedem Beruf Glücksritter, die glauben über eine Saison zum Millionär zu werden. Falsch liegen sie, denn es gibt die Medien und Herrn Ueli Bleiker die das zu Recht anprangern. Es liegt in der Hand der Zunft diesen Goldgräbern das Handwerk zu legen. Denn es braucht wie in diesem Beispiele nur einigen wenige, um die anderen mit in den Abgrund zu ziehen. Mein Vorschlag wäre: Wirte die denken, dass man Gäste melken soll, sind am falschen Platz und gehören ausgeschlossen.
    • 17.02.2012
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