ALTDORF (UR) - Vor zwei Jahren sollte ein Profi-Killer die Serviertochter Nataliya K. ermorden. Geht es nach der Staatsanwaltschaft, war ihr Ehemann und Puff-Besitzer Ignaz W. der Auftraggeber. Der erste Prozesstag endete frühzeitig.
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Puff-Besitzer Ignaz W. sitzt seit fast zwei Jahren in Untersuchungshaft.
(Philippe Rossier)Wie durch ein Wunder überlebt Nataliya K.* (33) vor zwei Jahren einen Mordanschlag: Auftragskiller Saša S.* (23) schiesst am 12. November 2010 in Erstfeld UR kurz nach 0.30 Uhr fünfmal aus dem Hinterhalt auf die hübsche Serviertochter. Sie ist auf dem Heimweg von der Arbeit.
Ignaz W.* (43) soll den Mord an Nataliya K. bestellt haben. Ihr eigener Mann! Der Geschäftsführer des Erstfelder Cabarets Taverne wollte so seine Geldprobleme lösen, glauben Bekannte. Eine Woche vor dem Scheidungstermin. Denn der gemeinsame Sohn Pawel (4) hat dank eines Finanztricks ein Vermögen geerbt (BLICK berichtete).
Der erste Prozesstag endet frühzeitig. Grund: Der zweite Kronzeuge sagte den Termin vor Gericht per Fax kurzfristig ab. Er sei krank, begründet der Deutsche am Nachmittag sein Fernbleiben. Im Vorfeld hatte er die beiden Angeklagten schwer belastet.
Doch gegenüber Heinz Gisler, dem Gerichtspräsidenten, hatte der Mann bereits Angst geäussert. «Ich versuchte, ihm die Angst zu nehmen», sagte Gisler. Offenbar war sie doch zu gross.
Zwei Schusswaffenexperten, die am Nachmittag zu Wort kamen, sagten zu der bei der Tat benutzten Damenpistole der Marke Blow Mini: «Nur diese Waffe kommt als Tatwaffe infrage. Mit dieser Waffe kann man töten.» Dies war zuvor von der Verteidigung angezweifelt worden.
Am Vormittag trat Elisabeth I.* in den Zeugestand. Die Ex-Freundin von Saša S. und ehemalige Angestellte von Ignaz W. ist Kronzeugin und belastete dabei beide Beschuldigten schwer. Saša S. habe er vor der Tat gesagt, dass er von Ignaz W. viel Geld bekomme, wenn er dessen Frau ermorde.
Ignaz W. habe ihr gegenüber seinerseits mehrmals gesagt, dass er seine Frau los werden wolle. Dies vor allem, weil er Angst hatte, bei der Scheidung seinen Sohn zu verlieren.
Elisabeth I. habe diese Drohungen jedoch nie richtig ernstgenommen. Weiter bestätigte sie, dass Saša S. einen Mantel mit einer Fellkapuzze besass. Ein Augenzeuge hatte nach der Tat ausgesagt, dass der Täter einen derartigen Mantel trug.
Morgen Nachmittag wird das Opfer Nataliya K., die von einer Übersetzerin unterstützt wird, befragt. Am Mittwoch müssen dann Ignaz W. die beiden Beschuldigten Ignaz W. und Saša S. vor Gericht Red und Antwort stehen. (snx/rrt/btq/kko)
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