Weil sie zu viel fressen und scheissen: Nidwalden gibt Schwäne zum Abschuss frei

BUOCHS NW - In Nidwalden kämpfen Bauern mit einer Schwanen-Plage. Um das Problem in den Griff zu bekommen, will der Kanton jetzt Jagd auf einzelne Tiere machen.

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Den Nidwaldner Schwänen geht es bald an den Kragen. (Archiv)

Peter Neff
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Schweiz

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In den kommenden Wochen will der Kanton Nidwalden mehrere Schwäne zum Abschuss freigeben. Die Population der Tiere ist in manchen Gebieten ausser Kontrolle geraten.

Schwäne bedrohen weidende Kühe

Seit über zwei Jahren kämpfen die Bauern auf der Allmend Buochs/Ennetbürgen mit der Schwanen-Plage. Die immer weiter wachsende Zahl der Vögel ist für ihre weidenden Kühe eine Bedrohung. «Sie fressen das Gras und verkoten die Wiesen. Eine Verfütterung an die Kühe ist nicht mehr möglich», sagte Bauer Walter Barmettler zur «Neuen Luzerner Zeitung». «Es ist eine Schweinerei!»

Ob auch Kühe an den Folgen der verdreckten Weiden gestorben sind, ist nicht ganz klar. Sicher aber ist: Für die Bauern entsteht auch ein finanzieller Schaden. Gemäss Kanton verlieren die Wiesen durch den Schwanen-Kot bis zu 1'000 Franken Nutzwert pro Hektare.

Abschuss als letzte Option

Nachdem Schreckschüsse in die Luft und ein Fütterungsverbot nicht zur erhofften Eindämmung der Population geführt hatte, ist der Abschuss von einzelnen Schwänen nun das letzte probate Mittel für die Behörden. «Der Entscheid zum Abschuss war schwierig, aber hier liegt wirklich eine Konfliktsituation vor», sagt die Nidwaldner Justiz- und Sicherheitsdirektorin Karin Kayser.

Bis zum kommenden Sommer sollen vier bis fünf Tiere erlegt werden, damit der Idealbestand wieder hergestellt wird.

Eigentlich sind Schwäne in der Schweiz geschützt. Dennoch kam es in der Vergangenheit bereits in mehreren Kantonen zu Abschüssen, wie Sophie Jaquier, Biologin der Voglewarte Sempach gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Schwäne erinnern sich an Abschüsse

Karin Kayser will kein grosses Aufsehen um die Abschüsse: «Wir machen das zwar nicht in Nacht- und Nebelaktionen, aber wir bemühen uns natürlich, dass die Öffentlichkeit möglichst wenig davon mitbekommt.»

Von den Abschüssen der Schwäne erhoffen sich die Verantwortlichen langfristigen Nutzen: Die langlebigen Tiere erinnern sich an die Abschüsse von Artgenossen und meiden die entsprechenden Orte. (cat)

Publiziert am 31.10.2014 | Aktualisiert am 31.10.2014
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22 Kommentare
  • Mery  Wyss 01.11.2014
    Anstatt vorher schauen das nicht so viele Schwäne geboren werden man kann auch die Eier anstechen und so die Population kontrollieren ist viel besser als abschiessen.
  • Heiniger  Silvia 01.11.2014
    Abschiessen ganz sicher nicht, es gibt andere Möglichkeiten, wie zB umplatzieren. Wir haben genügend Gewässer, wo es kaum oder keine Schwäne hat.
    • alexander  geser aus oberengstringen
      01.11.2014
      Silvia Heiniger, dieser Meinung bin ich auch. Diese starrköpfigen Leute, welche immer nur Tiere und dann noch wertvolle, schöne einfach abschiessen wollen, machen es sich zu einfach. Schwäne erfreuen doch immer wieder jung und alt, egal wo sie gerade sich aufhalten. Umplatzierungen wären überhaupt kein Problem, aber es könnte halt ein paar Fahrkilometer kosten. Denen fehlt es einfach nur am Verstand.
      In Hamburg an der Alster gibt es Umplatzierungen, sollen sich doch diese Tierquäler informieren.
  • Pius  Tschirky aus Wittenbach
    01.11.2014
    Warum muss man diese edlen Geschöpfe einfach abknallen? Auf alle Fälle sind sie viel edler, als alle Menschen und so ein Schwan richtet wohl tausend Mal weniger Schaden an, als jeder Mensch es tut. Ich hoffe, man kann diese Schwäne hier an den Bodensee verlagern. Nun wird es wahrscheinlich wieder Fachleute geben, die wohl behaupten, dass das nicht möglich seie! In London werden alle Jahre wieder die Schwäne eingesammelt und in ein Winterquartier gebracht.
  • Jsa  Sigron aus Schangnau
    01.11.2014
    Wenn es um Schwäne geht ist das Geschrei riesengroß. Wenn es um Bär,Wolf und Luchs geht, dann sind die Meinungen geteilt. Das man bevor eine Population überhand nimmt, reagieren sollte wäre logisch. Aber nein, man wartet und hofft das Problem löst sich selber. Sorry, aber die Menschheit hat versagt. Jeden Millimeter Lebensraum der Tiere wird verbaut oder für Nutzvieh verwendet- Wildtiere sind bald nur noch im Zoo und dann haben wir ein richtiges Problem.
  • Ewald  Rindlisbacher aus Grayland
    01.11.2014
    Abschiessen ist nur OK, wenn man nachher den Schwan irgendwie verwerten kann. Fleisch, Federn etc, sonst sehe ich es nicht ein.