SVP-Politiker Kuhn «Weiber-Lästerer» Kuhn gibt nicht auf

LUZERN – Jetzt versucht er sich noch zu rechtfertigen: Nach seiner Tirade über «verfilzte Weiber» sieht sich René Kuhn, der Präsident der stadtluzerner SVP, als Freiheits-Held.

  • Publiziert: 11.08.2009, Aktualisiert: 13.01.2012
play René Kuhn gibt nicht auf. (Keystone)

Selbst Parteikollegen wie die Zürcher Nationalrätin Natalie Ricklin und Nationalrat Josef Kunz, der Präsident der Luzerner Kantonalpartei, hatten seinen Rücktritt gefordert. Doch Frauenbeleidiger René Kuhn will sein Mandat offenbar nicht niederlegen.

Kuhn sieht sich sogar als Freiheitsheld, als Robin Hood der selbsternannten Frauenästheten. Auf seiner Homepage schreibt der Politiker gestern Abend:

«Wenn ich die zahlreichen positiven Einträge in den Blogs und meinen persönlichen Mails lese, bestärkt mich dies in der Meinung, der Sprecher einer grossen schweigenden Gemeinschaft zu sein und damit ein Tabu gebrochen habe. Das Thema schien angesichts der grossen Resonanz in der Öffentlichkeit schon längst fällig gewesen zu sein.»

Dabei hatte er kurz zuvor die Empörung über seine Beschimpfungen linker und emanzipierter Frauen noch als von Medien herbeigeführter «Sommer-Skandal» abgetan. «Die gesamten Medien haben sich auf mich eingeschworen», beklagte sich Kuhn auf seinem Blog.

Kantonalpartei nimmt sich des Falls an

Jetzt kann nur noch die Parteileitung der SVP im Kanton Luzern den Politiker zur Raison bringen: Sie wird sich am 20. August des Falls annehmen und allenfalls über einen Parteiauschluss entscheiden. Zuständig für den Ausschluss wäre aber die SVP der Stadt Luzern.

Dort steht man hinter Kuhn und spricht von «Gesinnungsterror». Unterstützung bekommt der SVP-Politiker auch von der SVP der Stadt Zug. Die Äusserungen Kuhns seien zwar polemisch, aber Polemik könne dort notwendig sein, wo die Wahrheit systematisch zugeschüttet werde, hiess es in einer Mitteilung. (SDA/bih)

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