Vermummte verprügelten Charles Rütti mit einem Baseballschläger: «Ein Schläger hat mein Leben zerstört»

Charles Rütti (53) kämpft bis heute mit den Folgen einer Prügel-Attacke. Bis heute wartet er auf seine Entschädigung.

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Charles Rütti (53) wurde 2011 in Brunnen SZ mit einem Baseballschläger niedergeknüppelt. Die schwarz vermummte Person kam aus dem Dunkeln, schlug brutal zu (BLICK berichtete).

Der Täter wurde später gefasst. Im April 2015 verurteilte das Strafgericht Schwyz den Schweizer: Er kassierte für mehrere Delikte eine Freiheitsstrafe von 2 Jahren und eine stationäre Massnahme, sprich Therapie.  

Sein Opfer Rütti leidet noch heute unter dem Trauma. «Ich träume jede Nacht davon», sagt Rütti, der seit 15 Jahren an Multiple Sklerose MS leidet. Bis zum Überfall machte Rütti neben der Schulmedizin auch alternative Therapien. «Es ging mir immer besser. Ich bezahlte die Therapien selber, da sie nicht von meiner Krankenkasse gedeckt sind.» 

Jetzt hat Rütti kein Geld mehr. Das Gericht sprach ihm zwar eine Genugtuung von 8000 Franken zu. Doch der Lebensberater wartet noch immer auf das Geld, dass ihm die Opferhilfe Schwyz zahlen muss. «Ich fühle mich nicht ernst genommen», sagt Rütti. «Ich verstehe nicht, wieso es ewig dauert, bis die Schwyzer Behörden vorwärtsmachen.»

Auch Rüttis Anwalt Michael Graf wundert sich: «Das lange Warten ist für ein Opfer nicht tragbar. In anderen Kantonen geht es viel schneller.» Das Gericht hiess auch Rüttis Schadensersatzforderung im Prinzip gut, verwies sie auf den Zivilweg. Weil der verurteilte Täter kein Geld hat, muss auch hier theoretisch die Schwyzer Staatskasse geradestehen.

Rütti setzt der Stress mit den Behörden zu: «Ein Schläger hat mein Leben zerstört. Der Staat macht Täter zu Opfern und das Opfer zum potentiellen Täter.»  

Publiziert am 26.02.2016 | Aktualisiert am 26.02.2016
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  • Erika  Ruf , via Facebook 27.02.2016
    8000 Franken; da hat man eine Null vergessen. Kein Geld kann die Leiden aufwiegen, aber 8000 Franken sind einfach lächerlich in Anbetracht des Ausmasses des Leidens.
  • Hanspeter  Niederer 27.02.2016
    An BLICK: Sie kennen den Fall, Sie haben die Macht. Bitte dran bleiben und Druck auf die Penner-Behörden machen. Solange, bis die (mickrige) Entschädigung endlich fliesst.
  • Bernd  Matzgen 26.02.2016
    Der Staat macht Täter zu Opfern und das Opfer zum potentiellen Täter. Jawohl Herr Rütti , genau so macht man das in der Schweiz. Hat eine lange Tradition in diesem Land und ist demokratisch legitimiert. So gefällts dem Volk, also alles in Ordnung. Was mich allerdings stört ist, warum muss ich mit meinen Steuergeldern die Opfersumme bezahlen? Ich habe sie nämlich nicht verprügelt noch bin ich verantwortlich, dass man sie verprügelt hat. Das Verursacherprinzip sieht anders aus.
    • tom  weber aus bern
      26.02.2016
      Wieso soll ich für Asylbewerber für fast eine Milliarde mitzahlen ??? !!
    • Peter  Selbstgestrickt 26.02.2016
      Vielleicht werden Sie selber eines Tages auf die Leistungen der Opferhilfe angewiesen sein. Hoffentlich nicht natürlich, wären dann aber sicher froh darüber. Sie können es auch als eine Art (Staats-)Versicherung sehen, Sie bezahlen Steuern und wenn Ihnen mal unverschuldet eine furchtbare Gewalttat angetan wird dann erhalten Sie in der Not eine kleine Genugtuung. Habe selber keine Erfahrung damit aber ich finde es i.O.
    • Ernst  Schaffhauser aus Bodensee
      27.02.2016
      ich glaube ich bin im falschen Film, es gibt nur eine Person die zur Kasse gebeten werden muss, und das ist nun mal der Täter, der, wenn er denn nicht bezahlt zur Arbeit gezwungen werden muss, keiner hat gesagt er soll auf jemanden einprügeln, also soll er für seien "Spass" auch bezahlen, das sind dochnein regeln, warum soll das nicht so sein, kontrolliertes arbeiten ohne Lohn würde ich das nennen
    • Bernd  Matzgen 27.02.2016
      @P. Selbstgestrickt. Das der Staat für die Opfer aufkommt, ist ne feine Sache. Mir wäre allerdings wohler, wenn der Staat solche Taten erst gar nicht aufkommen liesse. @E. Schaffhauser. Richtig, wir sind im falschen Film. Sie erzählen wie es sein sollte und ich erzähle wie es in der Realität ist.
  • Claudio  Hammer aus Zürich
    26.02.2016
    Es war doch unter anderem auch die SVP die sich bei jeder Gelegenheit für die Kürzung von Opferhilfen wie z.B. dem bedauernswerten Herrn Rütti eingesetzt hat - zuerst Blocher und 2013 wurde gleich nochmals gekürzt!
    .
    Aber im DSI-Abstimmungskampf argumentieren die SVPler andauernd mit Kriminalitätsopfern - viel heuchlerischer und verlogener geht es kaum noch!!
  • beat  loser aus st.gallen
    26.02.2016
    Am besten gehen Sie mal zu einem Psychiater, der gibt Ihnen ein Medikament und los sind Sie die Träume, meine das Ehrlich !
    • Heiniger  Silvia 27.02.2016
      Mit Medikamenten ist das Problem ganz gewiss nicht gelöst, im Gegenteil, die meisten Medis haben Nebenwirkungen, und machen abhängig! Sie sind wohl auch jemand, der, der Schulmedizin alles glaubt.
      Obwohl die Homöopathie und Alternativmedizin immer mehr Erfolge erzielt, ist es Himmel traurig, das die KK-Grundversicherung, solche Kosten nicht über nimmt! Gerade in einem solchen Fall wie von CH. Rütti.
      Herr CH. Rütti, wünsche Ihnen, das Sie doch noch zu Ihrer Entschädigung kommen! Alles Gute!