Ursula R. (†65) starb bei Hanf-Razzia in Malters LU Kripo-Chef und Polizei-Kommandant müssen definitiv vor Gericht

MALTERS LU - Ursula R.*, Mutter eines Hasch-Dealers, hat sich bei einer Razzia in Malters LU erschossen. Nun kommen die Verantwortlichen des umstrittenen Einsatzes vor Gericht.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Toyota-Lenker (78) blieb zwischen Barrieren stecken Zug rammt PW in...
2 Tausende Franken Sachschaden WC-Sprenger terrorisiert Meggen LU
3 Kieferbruch an der Fasnacht Luzerner Polizei fahndet nach Hasen-Mann

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
280 shares
25 Kommentare
Fehler
Melden

Der Polizeieinsatz in Malters LU vom vergangenen März endet für zwei Kaderleute vor Gericht. Der ausserordentliche Staatsanwalt Christoph Rüedi aus dem Aargau erhebt Anklage gegen den Luzerner Polizeikommandanten und den Kripochef.

Fall Malters LU: Polizei-Kommandant & Kripo-Chef werden angeklagt play
Müssen sich Verantworten: Polizeikommandant Adi Achermann und Kripochef Daniel Bussmann.

 

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Luzern hat dies nun offiziell bestätigt, nachdem BLICK bereits im November darüber berichtete, dass den beiden Polizisten eine Anklage droht. Die Beschwerdefrist ist nun abgelaufen, womit die Anklage nun formell definitiv ist.

Gegen Polizeikommandant Adi Achermann und Kripochef Daniel Bussmann wird wegen Verdachts auf fahrlässige Tötung Anklage erhoben. Das Bezirksgericht Kriens hat als nächste Instanz über die Vorwürfe zu befinden.

In einer Videobotschaft hat sich heute auch der Luzerner Regierungsrat Paul Winiker (SVP) zu Wort gemeldet. «Wenn eine Person angeklagt werde, ist das noch kein Urteil», sagt der Justizdirektor. «Für die Mitarbeiter ist das eine grosse Belastung.» Alle vorsorglich getroffenen Massnahmen seien noch in Kraft, die Polizei stehe hundertprozentig für die Sicherheit im Kanton ein, betont Winiker.

Zuerst das Büsi getötet, dann sich selbst

Beim umstrittenen Polizeieinsatz im März in Malters hatte sich die 65-jährige Ursula R. während 17 Stunden in einer Wohnung verschanzt und sich mit Waffengewalt gegen die Aushebung einer Hanfanlage ihres Sohnes gewehrt (BLICK berichtete). Schliesslich stürmte die Polizei die Wohnung. Sie fand die Frau leblos im Badezimmer vor. Sie hatte erst ihre Katze, dann sich selbst erschossen.

Der Sohn der Verstorbenen reichte darauf eine Anzeige gegen die Polizeispitze wegen Amtsmissbrauchs und fahrlässiger Tötung ein. Mit dem Verfahren wurde ein ausserkantonaler Staatsanwalt betraut.

Im September war bekannt geworden, dass die beiden Kaderleute vorläufig keine heiklen Einsätze mehr leiten dürfen. «Vor weitergehenden vorsorglichen Massnahmen» gegen die beiden Angeklagten sieht der Polizeichef laut der Mitteilung ab. (pma/SDA/rey)

* Name der Redaktion bekannt

Publiziert am 10.01.2017 | Aktualisiert am 10.01.2017
teilen
teilen
280 shares
25 Kommentare
Fehler
Melden

25 Kommentare
  • Annemarie   Setz 11.01.2017
    Finde es unglaublich, dass bei diesem Einsatz wieder die Polizei schuld sein soll. Sie führte ihren Einsatz nach Gesetz aus. Noch ist illegaler Hanfanbau nicht erlaubt. Wenn diese Dame nach17Stunden Diskussion und mit Waffe in der Hand nicht einsichtig war, verstehe ich, dass die Polizei das Haus stürmte. Die Frau hat sich selber umgebracht. Wenn es jetzt plötzlich heisst, sie sei psychisch krank gewesen, weshalb war sie nicht schon längst unter Kontrolle oder in einer psychiatrischen Klinik?
  • Tinu  Rösch 10.01.2017
    Wie mir diese Anschuldigungen und zugleich auch Kuscheleien auf den Wecker gehen. Diese Frau ist freiwillig gegangen Punkt und Schluss. Thats it.
  • Marga  Koch , via Facebook 10.01.2017
    Wahrscheinlich haben die Chefs der Polizei in dieser doch grossen Stresssituation einfach zu wenig Geduld gehabt. Sie gehören sicher nicht zu denjenigen Polizisten (solche gibt es nämlich auch), die absichtlich einen Menschen illegal in die Enge drängen oder gar verletzen.
    Die folgende Frage steht jedoch nach wie vor im Raum: Weshalb hat die Polizei nicht auf den zugezogenen Psychologen gehört? Dieser hat der Polizei vor einem Zugriff auf die Frau wegen Reizüberflutung dringend abgeraten.
  • Ronald  Schmid aus Miami
    10.01.2017
    Man regt sich immer ueber die Polizei auf. Dabei geht es um die total verfehlte Hanf Politik. Der Staat ist doch wie bei Alkohol und Tabak geldgeil, aber bei Hanf machen die Politker ein riesen TamTam. Diese Kriminalisierung, Kosten an den Steuerzahler ueber ein bisschen Hanf ist total daneben. Ich war nie ein Konsument, aber totaler Gegener von dieser total vefehlten Hanf Politik. Sogar die puritanischen Amerikaner haben es gemerkt.
  • Ruedi  Voser 10.01.2017
    Völliger Verhältnisblödsinn, eine ältere verwirte Frau mit so einer Polizeiaktion unter Druck zu setzen wegen ein paar Hanfpfanzen die gefühlt jeder 2. Schweizer konsumiert. O.K. ist illegal, aber die Frau hätte sich beruhigt und wäre über kurz oder lang rausgekommen und hätte ihre Strafe bekommen. Am Schluss wie immer, die Kleinen packt man, die Grossen lässt man laufen. Die Beiden werden sicher nicht verurteilt. Wetten.