Über der Zentralschweiz Drohne reisst Anwohner aus dem Schlaf

Eine Drohne der Schweizer Luftwaffe kreiste gestern Nacht stundenlang über der Zentralschweiz und störte mit ihrem Lärm die Nachtruhe der Anwohner.

Aufklärungsdrohne ADS-95 RANGER D-133, Emmen 2008#Reconnaissance drone ADS-95 RANGER D-133, Emmen 2008 play
Ein solches Modell kreiste die ganze Nacht über verschiedene Schweizer Kanton: ADS-95 Ranger der Schweizer Luftwaffe.  BAA_2011_07_07

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Letzte Nacht war nicht für alle Schweizer erholsam - zumindest nicht für alle Bewohner der Kantone Luzern, Bern, Freiburg und Waadt. Denn eine laute Drohne der Schweizer Luftwaffe kreiste die ganze Nacht über ihren Köpfen.

Wie auf der Webseite «Flight Radar» zu sehen ist, hob die Drohne vom Typ ADS-95 Ranger bei Emmen in Luzern ab und flog bis zum Murtensee hinüber. Über dem Entlebuch drehte sie mehrere Kreise und flog dann weiter in die Romandie.

«Tausende Personen gestört»

Bei BLICK meldeten sich mehrere Leser, die wegen der Armee-Drohne nicht schlafen konnten. «Tausende Personen wurden in ihrer Nachtruhe gestört», schreibt einer von ihnen.

Doch wozu diente der nächtliche Flug? «Es ging darum, zu Gunsten eines militärischen Verbandes eine Übung zu unterstützen», sagt der Kommunikationschef der Luftwaffe Jürg Nussbaum.

Die nächtliche Militär-Übung habe zwischen 22 bis 6 Uhr in der Früh stattgefunden. Solche Trainings fänden etwa fünf bis zehn Mal pro Jahr statt.

Motor und Wetter sind schuld

«Leider ist der Motor des aktuellen Drohnensystems relativ laut», sagt Nussbaum. Zudem müsse man bei einer geschlossenen Wolkendecke jeweils auf tieferer Flughöhe fliegen. Da dies gestern der Fall gewesen sei, haben die Anwohner die Lärmemission eher wahrgenommen.

«Wir warnen die Anwohner wenn immer möglich», sagt Nussbaum. Doch neben gewissen Übungen, die aus taktischen Gründen geheim gehalten werden müssten, spiele eben auch das Wetter eine entscheidende Rolle.

«Wäre gestern Superwetter gewesen, wären die Drohnen höher geflogen und der Lärm wäre im besten Fall gar nicht wahrgenommen worden», erklärt Nussbaum. Doch er verspricht auch: «Die neue Drohne des Modells ADS15 wird wesentlich leiser sein». (vac) 

Publiziert am 16.11.2016 | Aktualisiert am 16.11.2016
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5 Kommentare
  • Karl  Müller aus Sins
    17.11.2016
    Das Nacht-Flugverbot gilt nicht für alle.
    Ausnahmen wo immer es geht.
  • rolf  sulzer 17.11.2016
    dann sofort "Flüster-Drohnen" beschaffen und schon gibts wieder Ruhe.
  • Kurt  Aerne aus Wattwil
    17.11.2016
    Tausende aus dem Schlaf gerissen ? Wie können all jene überleben welche neben einer Autobahn oder Bahnlinie wohnen, und das nicht nur 3-4 mal pro Jahr? Einfach lächerlich.
    • Meier  Ernst aus Erde
      17.11.2016
      Das kann man so pauschal wohl nicht schreiben. Gewohnter Lärm während des Schlafs kann unterschwellig Stress auslösen, sich aber nicht in aufwachen bemerkbar machen. Ungewohnter Lärm jedoch kann als vermeintliche Gefahr wahrgenommen werden und dadurch wacht man dann eben auch auf.
  • Felix  Egolf aus CHAM
    17.11.2016
    Übungen welche aus taktischen Gründen geheim gehalten werden müssen ... Sounds important - but isnt.
    ADS-95 wird sogar armeeintern seit geraumer Zeit als Auslaufmodell bezeichnet mit Rasenmäher-Antrieb bezeichnet. Der Tagesbetrieb (begleitet durch PC-6 oder EC 635) dieses Geräts kostet pro Minute soviel wie zehn Cessna 172.