Immer weniger Freiwillige Turner kämpfen um Mitglieder

LUZERN - LU - Mit einer neuen Kampagne will der Turnverband Luzern, Ob- und Nidwalden die Vorteile der Freiwilligenarbeit betonen.

  • Publiziert: 15.10.2012
  • Von Stefan Dähler
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Turnerinnen am Verbandsfest in Schüpfheim im Juni.

(ZVG)

«Es ist teilweise ein richtiger Kampf, Positionen neu zu besetzen», sagt Marco Zemp, Medienverantwortlicher des Turnverbands Luzern, Ob- und Nidwalden. Das betrifft auch die Spitze des grössten polysportiven Verbands der Innerschweiz mit 181 angeschlossenen Vereinen und über 20‘000 Mitgliedern. «Derzeit sind bei uns auf Ende Jahr vier Positionen vakant – teilweise schon seit über einem Jahr.»

In den angeschlossenen Vereinen ist die Situation zwar nicht überall problematisch. Generell sei es aber schwieriger geworden, Leute für Freiwilligenarbeit zu motivieren. Und auch bei den Mitgliederzahlen gehe die Tendenz nach unten (2012: 20‘483; 2011: 20‘648; 2010: 21‘113). Das könne in den Vereinen zu einer Art Teufelskreis führen: «Je weniger Turner es hat, desto schwieriger ist es auch, Freiwillige für Vereinsarbeit zu finden – und umgekehrt», erklärt Zemp.

Das Problem betrifft nicht nur die Turner. «Die Leute haben keine Zeit mehr, sind grösseren Belastungen am Arbeitsplatz ausgesetzt oder suchen die Einsamkeit im Fitnesscenter. Zudem stimmt der Aufwand nicht immer mit der Wertschätzung überein, die man in einer ehrenamtlichen Position kriegt.»

Der Turnverband will dieser Entwicklung aber nicht einfach tatenlos zusehen und startet die Kampagne «ohne dich, kein mich». «Wir wollen die Vorteile und die Bedeutung der Freiwilligenarbeit betonen», sagt Zemp. So könne man neue Freundschaften knüpfen, das Beziehungsnetz ausbauen und soziales Engagement leisten. Zudem profitiere man als Mitglied eines Turnvereins auch von Vergünstigungen in Sportgeschäften oder zusätzlichen Versicherungsleistungen.

Zemp: «Um die Botschaft unter die Leute zu bringen, sind wir aber auf die Vereine angewiesen. Wir haben nicht die Mittel, um selbst eine grosse Kampagne zu fahren» Der Verband hat Flyer gestaltet, welche die Vereine unter ihren Mitgliedern verteilen oder online einsetzen können.

Alle Kommentare (1)

  • Peter  Künzle , via Facebook
    Die Problematik ist mir sehr wohl bekannt. Ich stelle aber auch fest, dass es häufig auch am Wissen fehlt, wo man gebraucht wird.
    Ich emphehle deshalb die Webseite www.benevol-jobs.ch, da erscheinen ganz viele Freiwilligenarbeiten und jeder kann dort helfen, wo es ihm Spass macht.
    • 16.10.2012
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