Tierschützerin Esther Geisser (47) päppelt bis zu 60 ausgesetzte Büsi auf – im Monat Büsi-Alarm!

SARNEN OW - Schweizer Tierschützer schlagen Alarm. Sie finden mittlerweile jeden Monat bis zu 60 kranke und verwahrloste Katzen.

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Ein Bauernhof im Kanton Obwalden. Hinter dem Scheiterhaufen hören die Tierschützer leises Miauen. Kater Poldi kann sich nicht mehr bewegen. Seine Pfoten sind aufgedunsen und blutverschmiert, seine Laute sind kaum hörbar. «Er war abgemagert und erlitt fürchterliche Schmerzen, als wir ihn gefunden haben», sagt Esther Geisser (47), Präsidentin der Tierschutzorganisation Network for Animal Protection. Seine Besitzer hatten ihn ausgesetzt und dem Schicksal überlassen. «Hätten wir ihn nicht gefunden und sofort behandelt, wäre er einen qualvollen Tod gestorben.»

Ausgesetzte Tiere im Wald, auf der Raststätte, bei Bauernhöfen 

Poldi ist kein Einzelfall. Laut Geisser ist die Situation mittlerweile dramatisch: «Wir finden jeden Monat bis zu 60 kranke, verwahrloste  Katzen.» Ausgesetzt im Wald, auf einer Raststätte – oder wie Poldi unweit eines Bauernhofs. «Die Besitzer dachten vielleicht, auf dem Hof fällt eine Katze mehr oder weniger niemandem auf.»

Die Tierschützerin warnt seit langem vor einer Explosion der Katzenpopulation in der Schweiz und fordert eine rigorose Kastrationspflicht: «Es gibt viel zu viele Katzen. Wer sein Büsi jetzt noch Nachwuchs kriegen lässt, handelt rein egoistisch.»

Herrenlose Katzen werden eingesammelt und rigoros kastriert

Mit einem Team von Freiwilligen zieht die Tierschützerin durch die Schweiz, sammelt herrenlose Katzen ein und kastriert sie. Doch immer wieder müssen sie sich neben ihrer eigentlichen Mission um kranke Büsi kümmern.  «Die Zahl der Fälle steigt extrem und bringt uns in finanzielle Nöte», so Geisser. Denn die Behandlungs- und Folgekosten sind hoch. «Auch wenn uns viele Tierärzte Rabatte geben, kommen wir kaum über die Runden», sagt sie. «Es ist wahnsinnig, wie viele Leute sich, ohne zu überlegen, ein Tier zutun und dann schnell vergessen, was es dazu alles braucht.»

Kater Poldi hat sich inzwischen von seinen Strapazen erholt. Er mag wieder fressen und schnurren. Trotzdem braucht er wohl sein Leben lang Medikamente. Ein grosser Nachteil, wenn man ihn bei Katzenfreunden vermitteln will.

Publiziert am 13.01.2017 | Aktualisiert am 13.01.2017
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8 Kommentare
  • Sonja  Zwicker 14.01.2017
    @HP Niederer, bei allem Verständnis - aber das ist nicht die Lösung des Problems! Wenn Blick in DIESEM Fall ein Spendenkonto einrichtet, wie ist es mit all den anderen ausgesetzten Tieren? Mit der Zeit wimmelt es nur so von armen, ausgesetzten Katzen! Denn für Viele sind Katzen nur mal ein Spielzeug für zwischendurch, und für Bauern eine unrentable Nebenerscheinung.
    Katzensteuer und Mikro-GPS einführen, das müsste jedem Besitzer sein Liebling Wert sein! Wer sich nicht daran hält, saftig büssen!
  • Abbas  Schumacher aus Basel
    13.01.2017
    Mal eine Tierschützerin die nicht anprangert, sondern etwas tut. "Schappo" würde man in Basel sagen. sonst halte ich ja nicht viel von Tierschützer/innen, aber wenn sie Aktive sind, habe ich schon welche mit Geld unterstützt.
  • Heinrich  Zimmermann aus Fulenbach
    13.01.2017
    Katze sollten wie Hunde besteuern und im Haushalt angemeldet werden müssen, Chipen etc. und Wetten das Problem löst sich sofort.
    • Karen  Mind 13.01.2017
      Genau dies war das Anliegen mit der Petition von SOS Chats, welche durch den Ständerat im Dezember abgelehnt wurde. Die NeinSager in Bern sollten die Hälfte von ihrem Ständeratssalär an den Tierschutz spenden müssen.
    • Roger  Garnier aus Buchs ZH
      14.01.2017
      Und was ist mit den Pferdehaltern, meist besser betuchte! Die sollen endlich mal zur Kasse gebeten werden, zumal diese die Pferdeäpfel nicht aufheben müssen. Frage: ist es wirklich nötig in der CH alles mit Gebühren und Abgaben zu belasten?
  • Herbert  Huber aus Münchwilen TG
    13.01.2017
    Warum werden diese Katzen nicht eingeschläfert, wenn sie schon krank sind. Ich bin Tierliebhaber, aber das geht einfach zu weit, das hat mit Tierliebe nichts zu tun!!!!!!!!
  • Hanspeter  Niederer 13.01.2017
    Warum unterstützt der Staat die Tierheime nicht? Weil das Leiden der Tiere egal ist , da sie ja die menschliche Sprache nicht beherrschen und keine Lobby im Parlament haben? Die professionellen Tierausbeuter, auch unter dem Namen Bauern bekannt, kriegen jährlich Hunderte Millionen zur Förderung der Tierausbeutung. Wir leben wahrlich in einer komplett verrückten Zeit, in der Empathie generell ein rares Gut geworden ist. BLICK soll ein Spendenkonto zugunsten von Frau Geisser publizieren.
    • Peter  Rappo aus Feldkirch
      13.01.2017
      warum muss der Staat von unseren Steuerngeldern die Tierheime Unterstützen. Ja ich habe selber eine Katze und meine hat ein Chip. Hier sollte der Staat was machen alle Katzen die gekauft werden Chiben und wen nötig Kastrieren,den zu Weihnachten und Ostern werden viele Tiere gekauft und nach ein paar Monaten wieder ausgesezt. Hier fehlt die aufklärung bei den Eltern.