Sommer-Posse SVPler beschimpft linke Frauen als Vogelscheuchen

  • Publiziert: 11.08.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

LUZERN – Bisher trat René Kuhn, Präsident der SVP Stadt Luzern, national nicht gross in Erscheinung. Jetzt liess er eine Hasstirade gegen Linke von Stapel.

René Kuhn (42) hat nicht viel übrig für die Linken, vor allem für die weiblichen. So schrieb er gestern Abend auf seiner Homepage: «Auf was man gut und gerne verzichten könnte, sind die zahlreichen linken und ungepflegten Frauen.»

Der SVPler, der mit einer Russin verheiratet ist, schreibt weiter: «Es ist auffallend, dass in den meisten Ländern die Frauen zu sich schauen (…) Nicht so in der Schweiz, wo man sich tagtäglich diese linken, ungepflegten, ‹verfilzten› Weiber ansehen muss, welche überhaupt keine Weiblichkeit ausstrahlen.» Man könne sich fragen, ob man sich in einem Gruselkabinett befinde.

Kuhn enerviert sich in seinem Blogeintrag gegen Frauen mit Veloanhänger, gegen ältere Frauen, die sich ihre grauen Haare nicht färben. Er schwingt die Verbalkeule bis zum Schluss: «Die linken Schweizer Frauen könnten noch einiges Lernen, aber diese Emanzen laufen lieber wie Vogelscheuchen umher.»

SP-Chefin: Kuhn disqualifiziert sich

Das hat gesessen – und ruft die Empörung der Linken in Luzern auf den Plan: In einer Mitteilung schreibt die Co-Präsidentin der SP Stadt Luzern, Luzia Mumenthaler: Es sei klar, dass René Kuhn ein «Problem mit Frauen hat, die eine eigene Meinung haben und wissen, was sie wollen».

Kuhn dürfe so eine Einstellung haben, das wäre sein persönliches Problem, schreibt Mumenthaler weiter. Mit der öffentlichen Beleidigung gehe er aber eindeutig zu weit und disqualifiziere sich auch als Politiker. Die SP Stadt Luzern erwarte, dass sich die SVP Stadt Luzern «von diesen Aussagen distanziert und Konsequenzen zieht».

Von Kuhns Äusserungen distanziert hat sich seine Partei bereits. Dass sich die SP Luzern nun aber einschalte, sei «heuchlerisches, politisches Kalkül» und davon distanziere man sich ebenso.

Kuhn hat den Eintrag gelöscht

René Kuhn ist seit gestern Abend unsichtbar. Den Eintrag auf seiner Homepage hat er durch einen neuen ersetzt. Darin schreibt er: «Auf meinen persönlichen Internetseiten veröffentliche ich nicht die Meinung der SVP, sondern meine persönliche, private Auffassung und diese muss sich nicht immer mit dem Parteibüchlein der SVP decken.»

Und er krebst zurück, was die von ihm beschimpften linken und verlumpten Weiber betrifft: «Solche Frauen begegnen mir aber nie in meiner Arbeit und auch nicht in meinem Freundes- und Bekanntenkreis – zum Glück!»

Wie Kuhn die Frauen auf der Strasse in links und rechts einteilen kann, bleibt vorerst sein Geheimnis. Für eine Stellungnahme war er (noch) nicht erreichbar. (num)

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Wird Kuhn ausgeschlossen?

René Kuhn sei nach frauenfeindlichen Äusserungen für die Partei nicht mehr tragbar, findet der Präsident der Kantonalpartei, Nationalrat Josef Kunz. Kuhn müsse mit dem Ausschluss aus der Partei rechnen, sagte er. Die Parteileitung (der Kuhn auch angehört) wird sich am 20. August des Falles annehmen und über die Sache entscheiden. Zuständig für den Ausschluss wäre aber die SVP der Stadt Luzern. Dort nimmt man die Affäre gelassen. Sekretär Urs Wollenmann sagte, es handle sich um Kuhns Privatmeinung. Massnahmen drängten sich keine auf. «Wir wollen nicht der anderen Seite einen Gefallen machen», sagte er, und spricht von «Gesinnungsterror». (SDA)
play René Kuhn (42): «Die linken Schweizer Frauen könnten noch einiges Lernen, aber diese Emanzen laufen lieber wie Vogelscheuchen umher.» (www.kuhn-rene.ch)

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