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Früh aufstehen war heute angesagt. «Ich bin seit 2 Uhr morgens wach», sagt Chrigu aus Horw. Der «Schmudo» ist für ihn immer ein besonderer Tag. «Vor 38 Jahren konnte ich als Baby nach der Geburt das Spital am Schmutzigen Donnerstag verlassen.» So ist ihm der Fasnachts-Virus quasi in die Wiege gelegt worden.
Gar noch früher aufgestanden sind Priska, Michelle, Ilenia und Tanja. «Ich bin seit gestern 11 Uhr morgens wach», sagt Michelle aus Oberkirch. Die grösste Müdigkeit habe sie inzwischen überwunden. Für die jungen Frauen ist der «Schmudo» bereits Routine – ausser für Priska. «Ich war heute das erste Mal am Urknall.» Sie sei gerade erst aus dem Baselbiet nach Sursee gezogen.
Um neben der Basler nun auch die Luzerner Fasnacht kennenzulernen, ist Priska heute Morgen mit Tausenden weiteren Personen nach Luzern gepilgert. 16 Extrazüge und rund 30 Extrabusse waren unterwegs, um die Fasnächtler rechtzeitig an den Urknall zu bringen. Insgesamt kamen laut Luzerner Polizei rund 15 000 Personen – das sind etwa 2000 mehr als letztes Jahr.
Nach dem Urknall um 5 Uhr landet die Fritschifamilie mit ihrem Schiff am Schweizerhofquai. Danach gehts zum Fritschibrunnen auf dem Kapellplatz. Rund 5000 Personen drängen mit ihr dorthin – eine ziemlich enge Angelegenheit. Mit dem «Fötzeliregen» folgt auf dem Kapellplatz um ca. 5.20 Uhr der zweite Höhepunkt des Tages. Danach verteilt sich die Menge. An diversen Orten spielen Guuggenmusigen, es wird gesungen, getanzt, gelacht und getrunken.
Ein paar Leute haben aber etwas zu tief ins Glas geschaut. Eine davon musste hospitalisiert werden. Sonst seien aber relativ wenige Zwischenfälle zu verzeichnen, so Polizeisprecher Kurt Graf gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Und auch Ursula Hasler, Praxis-Managerin der Permanence-Klinik am Bahnhof, sagte heute Morgen zu Blick am Abend: «Es ist ruhig bei uns – wie an einem normalen Wochentag.» Das Luzerner Kantonsspital verzeichnete bis heute Morgen drei Einsätze des Rettungsdienstes, die in Verbindung mit der Fasnacht stehen. Insgesamt keine schlechte Bilanz, wenn man bedenkt, dass deutlich mehr Leute als letztes Jahr dabei waren.
Am Nachmittag stand noch der Fritschi-Umzug auf dem Programm. «Danach gehen wir ins Bett», sagte Neo-Luzernerin Priska. Und wie gefällt der ehemaligen Baslerin der ganze Trubel? «Die Basler Fasnacht ist schon etwas besser.» Die anderen 15 000 Urknall-Besucher sehen das wohl anders.
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