So rüsten die Zuger ab!

  • Publiziert: 10.11.2008, Aktualisiert: 03.01.2012

ZUG – Die Polizei ruft zur freiwilligen Waffenabgabe auf. Und trifft voll ins Schwarze: Was da nämlich alles zum Vorschein kommt, ist der Knaller.

Zwei Paletten voller Waffen. Drei Kisten Munition. Und Sprengstoff. Die Zugerinnen und Zuger haben hunderte von Waffen abgegeben. Auf freien Stücken. Die Polizei hatte zuvor zur freiwilligen Abgabe aufgerufen.

Doch mit einem solchen Echo hatte die Polizei nicht gerechnet. Die Aktion habe alle seine Erwartungen übertroffen, sagt Sicherheitsdirektor Beat Villiger in einer Mitteilung der Zuger Polizei vom Montag zitiert. 188 Personen gaben insgesamt 364 Waffen ab.

Bei der Abgabestelle kam ein ganzes Waffenarsenal aus Schuss- und Stichwaffen zusammen: Neben «Gängigem» wie Sturmgewehren fand sich auch Antikes wie ein altes Schwert, ein alter Säbel und ein altes Gewehr mit Ziselierung. Herr und Frau Zuger scheinen auch noch ganz anderes in ihren Schränken zu horten: Sie brachten Bajonette und Messer vorbei – darunter verbotene – sowie Munition und Sprengstoff.

Auch illegale Waffen problemlos akzeptiert

Wo der Gesetzeshüter sonst bei jeder Kleinigkeit eingreift, drückt man anscheinend punkto Waffen gern ein Auge zu. Wie Polizeisprecher Sandor Horvath sagte, muss niemand mit Konsequenzen rechnen, wenn er eine Waffe abgab, die er gar nicht hätte besitzen dürfen: Es sei den Behörden lieber, dass eine solche Waffe abgegeben werde, als dass sie zuhause herumliege. Jede abgegebene Waffe sei ein Sicherheitsrisiko weniger.

Habe jemand zu seiner Waffe einen Waffenschein gehabt, so sei im System die Abgabe vermerkt worden. Zudem habe man überprüft, ob die eine oder andere Waffe allenfalls mit einem Delikt in Zusammenhang stehe. Wäre dies der Fall gewesen, hätten sich selbstverständlich Konsquenzen ergeben. Man habe aber bei keiner Waffe einen Anhaltspunkt gefunden.

Die Aktion war ein echter Treffer: Viele Leute, die ihre Waffen zur Entsorgung brachten, hätten sich erleichtert gezeigt, das Teil loszuwerden, heisst es in der Polizei-Mitteilung. Übrigens werden diese nun entsorgt. (SDA/spj)

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