Kirchenbann für Narren: «Shows sind kein geeigneter Zugang zu Gott»
SCHWYZ – In Schwyz ist der Teufel los, weil Bischof Vitus Huonder die Fasnachtsmesse in der Kirche St. Martin verboten hat. Sein Sprecher wehrt sich gegen den Guggen-Aufstand.
Aktualisiert um 13:09 | 09.02.2010
Die Fasnachts-Hochburg in der Innerschweiz ist ausser sich: Die Narren dürfen ihre heilige Jahreszeit nicht mehr in der Kirche St. Martin in Schwyz feiern! Der Bischof von Chur, Vitus Huonder (67), hat es verboten. Am letzten Donnerstag liess er ausrichten, Guggen und Kostüme hätten in dem geweihten Raum nichts verloren.
Dabei füllte die erste Narrenmesse, die am 14. Februar wiederholt werden sollte, die Bänke. Rund tausend Besucher kamen am Fasnachtssonntag 2009 in die Kirche. Für Pfarrer Reto Müller (58) «ein voller Erfolg».
Im «SonntagsBlick» erklärte Bischof-Sprecher Christoph Casetti (66) den Kirchenbann: «Eine Eucharistiefeier ist das heiligste, was die katholische Kirche hat. Davor sollten wir Ehrfurcht haben.» 72 Prozent der Leser sind trotzdem gegen das Verbot.
Heute doppelt Casetti im Namen des Bistums Chur in der «Neuen Luzerner Zeitung» nach: «Ausserhalb des Kirchenraumes kann Guggenmusig sehr schön sein», sagt er. Um gleich darauf festzuhalten: «Sie eignet sich jedoch nicht zur Begleitung der Heiligen Handlung.»
Casetti vermisst bei allen Narren eine dem Gottesdienst angemessene Kleidung: «Im Unterschied zu Trachten oder Uniformen ist die Kostümierung unangebracht.» Auch darum dürften sich – neben der papsttreuen Vereinigung Pro Ecclesia – «etliche Privatpersonen» beim Bischof beschwert haben.
Den Erfolg der letztjährigen Narrenmesse mag man in Chur Pfarrer Müller nicht gönnen: «Es geht im christlichen Glauben nicht darum, mit irgendwelchen Events Leute in die Kirche zu bringen», sagt Casetti. «Shows sind kein geeigneter Zugang zum Wesentlichen, zur Gottesbeziehung des Menschen.» (dip)
Dabei füllte die erste Narrenmesse, die am 14. Februar wiederholt werden sollte, die Bänke. Rund tausend Besucher kamen am Fasnachtssonntag 2009 in die Kirche. Für Pfarrer Reto Müller (58) «ein voller Erfolg».
72 Prozent der Leser sind gegen Verbot
Im «SonntagsBlick» erklärte Bischof-Sprecher Christoph Casetti (66) den Kirchenbann: «Eine Eucharistiefeier ist das heiligste, was die katholische Kirche hat. Davor sollten wir Ehrfurcht haben.» 72 Prozent der Leser sind trotzdem gegen das Verbot.
Heute doppelt Casetti im Namen des Bistums Chur in der «Neuen Luzerner Zeitung» nach: «Ausserhalb des Kirchenraumes kann Guggenmusig sehr schön sein», sagt er. Um gleich darauf festzuhalten: «Sie eignet sich jedoch nicht zur Begleitung der Heiligen Handlung.»
Kostüme und Shows seien nicht angemessen
Casetti vermisst bei allen Narren eine dem Gottesdienst angemessene Kleidung: «Im Unterschied zu Trachten oder Uniformen ist die Kostümierung unangebracht.» Auch darum dürften sich – neben der papsttreuen Vereinigung Pro Ecclesia – «etliche Privatpersonen» beim Bischof beschwert haben.
Den Erfolg der letztjährigen Narrenmesse mag man in Chur Pfarrer Müller nicht gönnen: «Es geht im christlichen Glauben nicht darum, mit irgendwelchen Events Leute in die Kirche zu bringen», sagt Casetti. «Shows sind kein geeigneter Zugang zum Wesentlichen, zur Gottesbeziehung des Menschen.» (dip)
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Das sagen Blick.ch-Leser
- Rene Kropf, Brasilien - 15:29 | 09.02.2010
- » Dieser Entscheid des Bischofs ist ein Skandal. So vertreibt man weitere Schäfchen aus der Kirche. Renè
- Müller Thomas, Luzern - 14:12 | 09.02.2010
- » Was ist in Luzern? Soviel ich weiss haben u.a. die Escheschränzer in Eschenbach und die Hochdorfer Guggen schon länger einen Fasnachtsgotttesdienst und jeweils AUSVERKAUFT:
- Andreas Zürcher, Schwyz - 14:04 | 09.02.2010
- » Ich hoffe, dass der Bischof die Gebote kennt. Lügen ist eine Sünde! Ich kann mir nämlich beim besten Willen nicht vorstellen, dass "etliche Privatpersonen" bei ihm reklamiert haben. Vielmehr sind "etliche Privatpersonen" über den Entscheid enttäuscht, waren es doch gegen 1000 Personen, welche diese Messe damals besucht haben und begeistert waren.
- Reinhard Horn, Wängi - 13:50 | 09.02.2010
- » Ist doch alles kleinkarriertes Denken dieser Gottesmänner. Es gibt ja auch Töff, -Pferdegottesdienste usw. Wen wunderts, wenn die Leute nicht mehr in die Kirche gehen bei diesen verstaubten Ansichten.
- Daniel Baumgartner, Emmenbrücke - 13:36 | 09.02.2010
- » Wahrscheinlich meint Herr Casetti mit "Heiligen Handlungen" Ereignisse wir diese, welche in den letzten Wochen aus dem Canisius-Gymnasium in Berlin bekannt wurden. Mein Vorschlag: Religiöse Einrichtungen und Veranstaltungen jeglicher Art verbieten. So fühlen sich die Moslems auch nicht mehr ganz so benachteiligt. Es soll ja schliesslich gleiches Recht für alle gelten, oder etwa nicht?
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