Sex-Skandal in Zug Alles begann auf der «MS Rigi»

Vergewaltigung oder politische Verschwörung? Im Sex-Skandal um SVP-Kantonalpräsident Markus Hürlimann und Grünen-Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin wartet man auf die Bluttests.

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Die rauschende Landammann-Feier ist im Kanton Zug das Weihnachtsthema. SVP-Kantonalpräsident Markus Hürlimann (40) hat dort vor einer Woche Sex mit der Grünen-Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin (34). Gäste erwischen die beiden in flagranti! Zwei Tage später wird Hürlimann verhaftet, die Polizei ermittelt wegen K.-o.-Tropfen. Die dreifache Mutter sagt, sie erinnere sich an nichts, droht mit einer Anzeige. Laut Hürlimann war alles einvernehmlich, sie wolle ihm «politisch schaden».

Zwei Tage vor der Nacht fallen die beiden auf – in Walchwil, am Fest für den neuen Zuger Kantonsratspräsidenten. «Sie waren sich auffällig nahe», erinnert sich ein Gast an den Donnerstagabend. «Innig» so der Umgang, sagt eine Politikerin. Die Gäste staunen, denn die beiden haben das Heu nicht auf der gleichen politischen Bühne: Vor einem Jahr griff Spiess-Hegglin den SVP-Mann in einem Leserbrief in der «Neuen Zuger Zeitung» an. Sie kritisiert die Werte der SVP: «Irgendwie scheint mir ihr von grösstenteils kinderlosen Herren ausgearbeitetes Partei-Familienbild nicht sehr glaubwürdig.»

In flagranti erwischt

Am Tag der Landammannfeier stehen der SVPler und die Grüne wieder vertraut beisammen. Um 17.30 Uhr startet der offizielle Festakt, eine Stunde später geht die Party auf zwei Schiffen weiter.

Es beginnt auf der MS Rigi, der Alkohol fliesst in Strömen. Ab 21 Uhr werden Tische und Bänke weggeschoben, es wird getanzt. Bis zu 40 Leute quetschen sich rein, auch Hürlimann und Spiess-Hegglin schauen vorbei. «Sie waren ständig zusammen», sagt ein Gast. Um Mitternacht ziehen 50 Party­gäste spontan in die Bar im Erdgeschoss des Restaurants Schiff.

Spiess-Hegglin und Hürlimann, beide erst seit kurzem im Kantonsrat, können sich offenbar nicht zurückhalten. «Sie haben in der Bar rumgeknutscht», sagt der Gast. Nach der Feier erzählen sich Gäste, die Politikerin sei «käppelet» gewesen.

Nach ein Uhr passiert es, der SVP-Politiker und die Grüne spazieren zur Tür raus, nehmen die Treppe in den ersten Stock. «Für alle Anwesenden war offensichtlich, was da passiert», sagt der Gast. Später schleichen sich gar Gäste hinterher, erwischen die zwei Politiker in flagranti im Stübli.

Blutprobe abwarten

War alles einvernehmlich? Oder waren tatsächlich K.-o.-Tropfen im Spiel? Hürlimann streitet das ab. Nach seiner Freilassung am Mittwoch teilte sein Anwalt mit, Untersuchungen und Aussagen sämtlicher «bisher zur Sache befragten Zeugen» zeigten, dass ein «einvernehmliches Handeln» vorlag. Mit BLICK will Hürlimann nicht reden. Er hat die Parteileitung vorläufig abgegeben. Laut Tele Züri wittert er aber gar eine Verschwörung, Spiess-Hegglin wolle ihm «politisch schaden». Seine Frau stehe hinter ihm.

Spiess-Hegglin sieht das mit der Einvernehmlichkeit anders. Per Mitteilung distanziert sie sich «explizit» von Hürlimanns Sicht und behält sich eine Anzeige vor. Judith Aklin, Kommunikationsverantwortliche der Zuger Strafverfolgungsbehörden, vertröstet bezüglich Informationen auf das neue Jahr. Dann erst werden die Ergebnisse zur Blut- und Urinprobe der Politikerin erwartet.

Publiziert am 27.12.2014 | Aktualisiert am 29.12.2014
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