Pädo-Priester Gregor Schübelbacher: «Wir sind schockiert, dass er weg ist»

  • Aktualisiert am 19.01.2012
  • Von Maren Schaefer, Beat Michel und Michael Scharenberg

SCHÜBELBACH SZ - Fluchtartig verliess Pater Gregor nach dem Pädo-Geständnis seine Gemeinde Schübelbach SZ. Der Schock sitzt im Dorf. Nicht aus Mitleid mit den Sex-Opfern, sondern weil ihr beliebter Pfarrer weg ist.

Niemand im Dorf mag so richtig offen darüber reden. Zu tief ist die Bestürzung einen Tag nach der Schock-Meldung über ihren beliebten Pater Gregor Müller (69). Der Priester der Kirchgemeinde Schübelbach hatte Kinder sexuell missbraucht und jetzt – nach Druck der Opfer und viele Jahre später – gestanden.

Die Schübelbacher reagieren mürrisch auf die Frage, was sie vom Pädo-Skandal halten. Sie sehen es nicht gerne, dass ihr Pfarrer in der Öffentlichkeit jetzt als Pädophiler da steht.

Pater Gregor sorgte zwar schon vorher über die Gemeinde hinaus für Gesprächsstoff. Aber wegen etwas anderem: Er war Wegbereiter der Fasnachtsgottesdienste. Beim Volk beliebt, beim Bistum nicht gern gesehen.

Entsprechend die Äusserungen der Schübelbacher vor der Kamera.

«Ich empfinde Wut», sagt eine Frau. Aber nicht auf den Priester! Sondern: «Weil sie ihn jetzt fertigmachen.»

Und fährt fort: «Er ist so ein lieber Mensch.» Jetzt sei sein Leben kaputt.

Eine andere Frau sagt: «Es ist so schade, dass er nicht mehr da ist.» Und: «Darüber bin ich viel mehr schockiert.» Mehr als über die Kindsmissbräuche.

Ausserhalb des betroffenen Dorfes sind die Stimmen kritischer. In Zuschriften hatten Blick.ch-Leser ihre Wut über die Horrormeldungen wegen der Pädo-Priester in der katholischen Kirche geäussert: «Etwas Verlogeneres als die katholische Kirche gibt es nicht. Wie kann man bloss ein Gottesdiener sein und dabei derartige Schandtaten vollbringen? Alles Heuchler», schreibt zum Beispiel Susanne Sam aus Luzern.

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