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Rotlicht: Rote Fensterläden hat das «Klösterli» bereits. Bald auch Zimmer für attraktive Damen? (Niklaus Wächter)
Mit einem Zeitungsinserat sucht das Familienhotel auf der Ostseite der Rigi Gäste der nachtaktiven Art. Aus dem «Klösterli» soll ein Bordell werden.
Und das am Platz eines ehemaligen Wallfahrtsortes, wo die helle Glocke der benachbarten Kapelle «Maria zum Schnee» den Hotelgästen regelmässig heimläutet.
Junge, attraktive Damen sollen günstig Zimmer mieten können. Laut «Zentralschweiz am Sonntag» für 100 Franken pro Tag. Dort sollen sie Besuch von zahlungskräftigen Herren empfangen.
BLICK fragt beim Hotelbesitzer selber nach. «Was die jungen Damen mit den Zimmern machen, das ist ihr Geschäft», mailt der Amerikaner Larry Hartburg (60) aus dem fernen Arizona zurück.
Hartburg kaufte das Klösterli vor zwei Jahren und investierte nach eigenen Angaben zwei Millionen Franken. Aber es rentiert nicht.
«Wir haben die Wahl, das Hotel zu schliessen, zu verkaufen oder mal etwas ganz anderes zu versuchen», schildert Hartburgs Schweizer Geschäftsführer die Lage.
«Wir planen, das Restaurant in einen Gentlemen-Club umzuwandeln, wo sich die Damen bei Musik und Champagner unter die Gäste mischen können.» Dann beschwichtigt er: «Es ist bloss mal eine Idee.» Seinen Namen möchte er nicht in der Zeitung sehen.
Auch wenn es das Rigi-Bordell noch nicht gibt: Einige Herren hätten bereits hocherfreut angerufen.
Obwohl die Vergnügungszeiten ziemlich eingeschränkt sind. Um 17.20 Uhr fährt nämlich die letzte Bahn zu Tal. Wer sich länger verlustiert, muss im «Club» übernachten – oder den rund einstündigen Fussmarsch nach Goldau SZ antreten.
Bei den Rigibahnen ist man gar nicht erfreut über das Inserat. «Das kommentiere ich nicht», sagt Bahndirektor Peter Pfenniger (55).
Dabei soll er laut dem Hotelbesitzer und seinem Geschäftsführer persönlich dafür verantwortlich sein, dass sie ein alternatives Gästesegment suchen müssen. «Die Bahn reduzierte ihren Fahrplan so, dass wir ausserhalb der Saisonspitzen keine Abendgäste haben.»
Zudem konkurrenziere sie mit bahneigenen Betrieben die gesamte Rigi-Gastronomie. «Ein Hotel in unserer Nachbarschaft musste bereits schliessen. Und jetzt wollen sie auch bei der Bahnstation Klösterli einen Verpflegungscontainer aufstellen. Für uns ist dies das Ende.»
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Rigi-Bahn: Um 17.20 Uhr die letzte Verbindung talwärts. (Niklaus Wächter)