Polizeieinsatz in Malters Kaderpolizisten kalt gestellt

MALTERS LU - Der Luzerner Polizeikommandant und der Kripochef dürfen vorläufig keine heiklen Einsätze mehr leiten. Regierungsrat Paul Winiker hat am Mittwoch über diese vorsorgliche Massnahme informiert. Von einer Suspendierung der beiden sieht der Luzerner Polizeidirektor jedoch ab.

Polizeikommandant und der Kripochef von Luzern kalt gestellt play
Die Frau, wegen der die Polizei in Malters während Stunden ein Haus hat umstellen müssen, tötete sich selbst. ALEXANDRA WEY

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Der Polizeieinsatz in Malters LU vom letzten März, bei dem sich eine Frau selbst getötet hatte, war zur Einschätzung bei externen Experten. Gegen den Polizeikommandanten Adi Achermann und den Chef der Kriminalpolizei, Daniel Bussmann, wurde zudem am 17. Juni ein Strafverfahren eröffnet.

Nun hat der Justiz- und Sicherheitsdirektor des Kantons Luzern Massnahmen getroffen. Ab sofort dürfen die beiden beschuldigten Kaderleute bis zum rechtskräftigen Abschluss des Strafverfahrens keine heiklen Einsätze mehr leiten oder – im Fall von Daniel Bussmann – auch nicht begleiten. Das lässt Regierungsrat Paul Winiker (SVP) verlauten.

Diese Massnahme soll während des laufenden Verfahren potentielle Konfliktsituationen vermeiden. 

Keine Suspendierung im Amt

Von einer Einstellung im Arbeitsverhältnis («Suspendierung im Amt») sieht Winiker ab. Dies unter anderem, weil man die beiden nicht vorverurteilen wolle. Denn gegenüber den beiden Kaderleuten gilt die Unschuldsvermutung.

Polizeipsychologe warnte vor Einsatz

Im März hatte sich eine 65-jährige Frau während über 17 Stunden in einer Wohnung verschanzt und sich mit Waffengewalt gegen die Aushebung einer Hanfanlage gewehrt. Schliesslich stürmte die Polizei die Wohnung und fand die Frau leblos im Badezimmer. Sie hatte sich selbst erschossen.

Laut «Rundschau» soll der Polizeikommandant Achermann eine Warnung eines beim Einsatz ebenfalls vor Ort präsenten Polizeipsychologen ignoriert haben, das Gebäude zu stürmen. Der Psychologe soll dem Kommandanten und seinem Kripochef von einem Zugriff abgeraten haben, weil sich die Frau aufgrund von Reizüberflutung und Intervention das Leben nehmen könnte. Der «Rundschau» lagen offenbar die Aussagen des Polizeipsychologen vor. (nbb)

Publiziert am 22.09.2016 | Aktualisiert am 22.09.2016
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Person verschanzt sich in Haus - Nachbarn hörten Schuss Polizei-Grosseinsatz in Malters LU

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  • Kaiser  Martin , via Facebook 22.09.2016
    Wie viele Personen nehmen sich in der Schweiz das Leben, weil ihnen die Arbeitsstelle gekündigt wurde und/oder später keine Anstellung mehr finden. Müssen sich die ehmaligen Arbeitgeber ebenfalls vor Gericht verantworten?
  • Reinhold  Huber - Mayer aus Phi Phi, Thailand
    22.09.2016
    Da kann ein " Schnuderbub " Drogen anpflanzen, seine psychisch angeschlagene Mutter beauftrage, dass sie zu seinem Kraut schaut. Und dafür müssen sich nun 2 Personen vor Gericht verantworten. Einfach lachhaft. Was passiert mit dem Jungen ?
  • Elsbeth  Schmid 22.09.2016
    Hätten sie den Einsatzbefehl sofort erteilt, dass Haus gestürmt und dann hätte sich die Frau umgebracht, würde heissen, wieso konnte man nicht abwarten. Wäre eine Kontaktaufnahme nicht möglich gewesen? Egal wie es die Polizei macht, es ist in der heutigen Zeit einfach falsch.
  • Gautschi  Gregor , via Facebook 22.09.2016
    Bei diesem Einsatz der Polizei,Währe der Tod der Frau ohne Probleme vermeintlich gewesen.
    Gut,das die Politik ein Zeichen setzt,auch wenn es nur ein kleines Zeichen ist.
    Gruass us Chur Gregor
  • Marcel  Amgwerd aus Solothurn
    22.09.2016
    Was wäre dann die Alternative gewesen? Nichts tun?! Diese Frau war eine gemeingefährliche Irre, die auf Polizei geschossen hat. Daher hat die Polizei genau richtig gehandelt. Das Schweizer Justiz und Polizeiwesen in der Schweiz wird immer mehr zu einem degenerierten Täterschutz ausgebaut- ausser bei den Autofahrern, da reicht schon eine Geschwindigkeitsübertretung für eine Haftstrafe.