Nach Todesschuss auf der Ibergeregg Polizei jagt zweiten Moldawier

Als die Polizei auf der Ibergeregg ein gestohlenes Auto kontrollieren will, kommt es zu einer Schiesserei. Einer der verdächtigen Moldawier ist tot, der andere auf der Flucht.

  • Publiziert: 12.09.2012, Aktualisiert: 13.09.2012
  • Von Roland Gamp, Romina Lenzlinger, Daniel Riedel, Antonia Sell
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Um sechs Uhr gestern Morgen heulen Sirenen über der Ibergeregg SZ. Es regnet. Nebelschwaden hängen über der Passstrasse. Auf der Baustelle kurz nach dem Restaurant Windstock liegt die Leiche eines 24-jährigen Moldawiers. Sein Komplize flüchtet in die Wälder.

Neben dem Erschossenen stehen zwei Polizisten. Keine halbe Stunde später wimmelt es auf der Ibergeregg von mindestens 100 Einsatzkräften. Das Gebiet wird grossräumig abgesperrt. Die Hundestaffel aus Zug durchforstet die Gegend – ein Helikopter sucht aus der Luft nach dem Flüchtenden. Anwohner werden gewarnt.

«Die Beamten haben uns gesagt, wenn wir einen Ortsfremden sehen, sollten wir sofort Alarm schlagen», sagt Roger Drein, der in direkter Nähe des Restaurants Windstock wohnt. «Ich ha­be sofort im Keller und im Schopf nachgeschaut und danach alles abgeschlossen. Im Laufe des Tages sind immer wieder bewaffnete Polizisten über mein Grundstück gelaufen. Ganz besonders gründlich haben sie den Wald unterhalb der Baustelle abgesucht», so Drein.

Weswegen wurde der Moldawier gesucht?

Doch die Suche bleibt erfolglos. Um 17 Uhr beraumt die Staatsanwaltschaft Schwyz und die Kantonspolizei eine Pressekonferenz an. Auf der sie zu erklären versuchen, was in den frühen Morgenstunden auf der Ibergereggstrasse passiert ist: «Der 24-jährige Moldawier war zur Verhaftung ausgeschrieben», sagt Florian Grossmann, Mediensprecher der Kapo Schwyz. Für was, will er nicht sagen.

Das Auto, ein schwarzer VW Caravelle, wurde am Vortag in einem anderen Kanton geklaut. Die Polizei habe entsprechende Informationen gehabt, dass sich das Auto am frühen Mittwochmorgen auf der Ibergereggstras­se befinde. Eine Patrouille sei ihm «gezielt gefolgt» und habe das Auto auf Höhe der Baustelle aufgehalten, um die Insassen zu kontrollieren.

Doch die Autodiebe versuchen zu fliehen. Ein Polizist schiesst – und trifft. Tödlich. Der 24-jährige Moldawier bricht zusammen. Sein Komplize verschwindet in den Wäldern.

Ob die beiden Diebe eine Waffe bei sich trugen, ist unklar.

«Wir schliessen alle Türen doppelt ab»

Offenbar wurde der Moldawier mit einem bewaffneten Raubüberfall in Zusammenhang gebracht. Für die Bevölkerung bestehe aber angeblich trotzdem keine Gefahr. «Wir schliessen dennoch heute Nacht alle Türen doppelt ab», sagen die Anwohner Thomas (47) und Yvonne (40) Betschart. «Unsere Tochter Luana lassen wir nicht aus den Augen.»

Und auch Wirtin Annemarie Kreist-Ruebli (31) ist mulmig zumute. «Ich hoffe, dass mein Ehemann heute Abend früh nach Hause kommt. So alleine hab ich richtig Angst.»

Die Polizei setzt die Suche nach dem «durchnässten und schmutzigen» Mann in der Nacht fort.

Beliebteste Kommentare

  • Stefan  Wanner , Otelfingen
    Wer mit Diebstahl will rauben, muss dran glauben... Die Polizei hat sich richtig Verhalten.
  • Peter  Kaufmann , Oftringen
    Bravo Polizei. Genau wie in den USA bekämpft man Kriminelle. Ein Schuss und es kostet dem Staat keinen Rappen solche Kriminaltouristen in Gefängnissen durch zu füttern.

Alle Kommentare (36)

  • Bernd  Herzog
    Zum Glück ist kein Polizisten erschossen worden, in den USA wird auch erst geschossen und dann gefragt. Und nach Schweizer – Gesetz ist der Schusswaffengebrauch zur Fluchtverhinderung nach einem schweren Delikt ein gültiges Mittel. Man sollte das auch in die ausländische Presse geben, vor allem in die aus denen die doch so geschätzten Kriminaltouristen kommen, evtl. denken die dann auch mal um, das die Schweiz kein Selbstbedienungs-Laden ist.
  • Thomas  Honegger
    Bevor man sich allzugrossen Hassgefühlen gegenüber dem moldawischen Kriminellen hingibt, darf auch einmal überlegt werden, aus welcher Not heraus die Kriminalität geboren wurde. Er kommt aus einem der ärmsten Ländern Europas. Soll nichts rechtfertigen - aber allzu viel Mittel, ein besseres Leben zu erreichen, haben die Menschen dort nicht.
  • heinz  häusler
    hört endlich mal auf die polizei immer anzuprangern ,wenn sie ihre arbeit verrichten und uns bürger schützen vor verbrechern und mördern ! es muss endlich mal hart durchgegriffen werden, mit halt verlusten, hätten sich ja stellen können, dann wäre keiner tot. es gibt immer noch zuviele leute hier in der CH, die täter vor den opfern schützen,,,,,bis sie dann selber mal in die situation kommen, sind sie dann die ersten die schreien....!!
  •   Sascha Mayer , Thurgau
    Auch ein Auto ist eine Waffe, die Polizei kennt dies sehr gut.
  • Paul  Stutz-Romer , Stäfa
    Ich hoffe nun,dass dieser Polizist nicht abgeurteilt wird,weil er getan hat was er tun musste.Aber jetzt kommen wieder die Menschenrechtlerich sage,dass für solche Leute kein Menschenrecht mehr angewendet werden soll es sind doch Verbrecher die jedes Menschenrecht verwirkt haben.Aber nach aussen will ja die Schweiz als humaner Staat gesehen werden,wen dem ja nur so wäre!
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