Als die Polizei auf der Ibergeregg ein gestohlenes Auto kontrollieren will, kommt es zu einer Schiesserei. Einer der verdächtigen Moldawier ist tot, der andere auf der Flucht.
Um sechs Uhr gestern Morgen heulen Sirenen über der Ibergeregg SZ. Es regnet. Nebelschwaden hängen über der Passstrasse. Auf der Baustelle kurz nach dem Restaurant Windstock liegt die Leiche eines 24-jährigen Moldawiers. Sein Komplize flüchtet in die Wälder.
Neben dem Erschossenen stehen zwei Polizisten. Keine halbe Stunde später wimmelt es auf der Ibergeregg von mindestens 100 Einsatzkräften. Das Gebiet wird grossräumig abgesperrt. Die Hundestaffel aus Zug durchforstet die Gegend – ein Helikopter sucht aus der Luft nach dem Flüchtenden. Anwohner werden gewarnt.
«Die Beamten haben uns gesagt, wenn wir einen Ortsfremden sehen, sollten wir sofort Alarm schlagen», sagt Roger Drein, der in direkter Nähe des Restaurants Windstock wohnt. «Ich habe sofort im Keller und im Schopf nachgeschaut und danach alles abgeschlossen. Im Laufe des Tages sind immer wieder bewaffnete Polizisten über mein Grundstück gelaufen. Ganz besonders gründlich haben sie den Wald unterhalb der Baustelle abgesucht», so Drein.
Doch die Suche bleibt erfolglos. Um 17 Uhr beraumt die Staatsanwaltschaft Schwyz und die Kantonspolizei eine Pressekonferenz an. Auf der sie zu erklären versuchen, was in den frühen Morgenstunden auf der Ibergereggstrasse passiert ist: «Der 24-jährige Moldawier war zur Verhaftung ausgeschrieben», sagt Florian Grossmann, Mediensprecher der Kapo Schwyz. Für was, will er nicht sagen.
Das Auto, ein schwarzer VW Caravelle, wurde am Vortag in einem anderen Kanton geklaut. Die Polizei habe entsprechende Informationen gehabt, dass sich das Auto am frühen Mittwochmorgen auf der Ibergereggstrasse befinde. Eine Patrouille sei ihm «gezielt gefolgt» und habe das Auto auf Höhe der Baustelle aufgehalten, um die Insassen zu kontrollieren.
Doch die Autodiebe versuchen zu fliehen. Ein Polizist schiesst – und trifft. Tödlich. Der 24-jährige Moldawier bricht zusammen. Sein Komplize verschwindet in den Wäldern.
Ob die beiden Diebe eine Waffe bei sich trugen, ist unklar.
Offenbar wurde der Moldawier mit einem bewaffneten Raubüberfall in Zusammenhang gebracht. Für die Bevölkerung bestehe aber angeblich trotzdem keine Gefahr. «Wir schliessen dennoch heute Nacht alle Türen doppelt ab», sagen die Anwohner Thomas (47) und Yvonne (40) Betschart. «Unsere Tochter Luana lassen wir nicht aus den Augen.»
Und auch Wirtin Annemarie Kreist-Ruebli (31) ist mulmig zumute. «Ich hoffe, dass mein Ehemann heute Abend früh nach Hause kommt. So alleine hab ich richtig Angst.»
Die Polizei setzt die Suche nach dem «durchnässten und schmutzigen» Mann in der Nacht fort.
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