LUZERN - Es ist das Abenteuer seines Lebens: Cyrill Burch (24) reist bis ans Ende der Welt – und das per Autostopp.
Im Juni 2010 verlässt Cyrill Burch (24) seine Heimat Luzern und macht sich auf den Weg ans Ende der Welt. In 22 Monaten reist er vom Nordkapp über Russland nach China, Vietnam, Brunei, Osttimor bis nach Papua-Neuguinea. «Ich wollte unbedingt sehen, wie gross die Welt wirklich ist», sagt der Luzerner.
Cyrill legt die Distanz per Auto- und Bootstopp zurück. Angst hat er nicht: «Das Bauchgefühl entscheidet, zu wem ich ins Auto steige. Es wollte mich auch schon ein Betrunkener mitnehmen, dann stieg ich natürlich nicht ein.»
Ins Flugzeug will er auf jeden Fall nicht. «Ich will nicht Luft sehen, ich will das Land darunter sehen. Das Flugzeug macht alles so einfach», sagt er. So zu reisen, ist auch nicht teuer. Cyrill brauchte «nur» 30 000 Franken für die ganze Reise. Ein Hotel gönnt er sich nur selten. «Ich hatte ein Zelt dabei. Oft schlief ich aber auch einfach am Strand. Gewaschen habe ich mich oft im Fluss.»
Cyrill will die Menschen kennenlernen, ihren Alltag miterleben. «Die Menschen wollten mir alles zeigen, nahmen mich überall hin mit. Ich war ständig auf Hochzeiten. Sie liessen mich fast nicht mehr gehen.» Die Menschen nehmen Cyrill bei sich zu Hause auf, damit er nicht unter der Brücke schlafen muss. «Auch als ich mir eine Tropenkrankheit einfing, hat mich eine Familie aufgenommen und aufgepäppelt.»
Cyrill ist begeistert vom Inselstaat Papua-Neuguinea: «Es gibt keinen Tourismus, keine Infrastruktur. Es hat wunderschöne Strände – wie im Paradies.» Manchmal wirds aber auch gefährlich. «Ich war einmal einkaufen, als das Geschäft nebenan überfallen wurde. Ein Securitas konnte den Räuber stoppen. Als die Polizei nach einer Stunde endlich eintraf, exekutierte ein Polizist den Räuber einfach.»
Papua-Neuguinea ist die Endstation, er reist wieder zurück, so wie er gekommen ist. Auf halber Strecke packt ihn das Heimweh. «Am Anfang hat man noch sehr viel Energie, will alles sehen. Mit der Zeit flaut das ab. Und ich habe meine Familie fast zwei Jahre nicht mehr gesehen.» Deshalb entscheidet sich Cyrill für das, was er eigentlich die ganze Zeit vermeiden wollte: Er steigt in Kuala Lumpur in ein Flugzeug. «Das war wie eine Kapitulation.»
Mitte März kommt Cyrill nach Hause. «Als ich in Zürich ankam und meine Familie wieder gesehen habe, war das schon sehr emotional. Jetzt bin ich glücklich wieder da zu sein.» Der Weltenbummler hat ein Studium am Tech in Horw LU angefangen. «In einem Jahr zieht es mich dann aber sicher wieder in die Welt hinaus.»
Jetzt geht Cyrill mit seinen Reisegeschichten in der ganzen Schweiz auf Tour. Tourdaten auf «vivamos.ch»
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