Vertreter stirbt bei Horror-Unfall «Papi ist jetzt bei den Engeln»

EMMENBRÜCKE - LU - Janine M. (24) muss ihrem Sohn erklären, warum sein Vater nicht mehr nach Hause kommt.

  • Publiziert: 23.02.2012
  • Von Ralph Donghi (Text und Fotos)
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«Wir wissen nicht, wie es weiter geht.» Janine M. mit ihrem Sohn Andrew.

(Ralph Donghi)
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Das Autowrack von André M. im Sprengi-Kreisel in  Emmenbrücke LU.

(KAPO LU)

Zärtlich streichelt sie ihrem bald zweijährigen Sohn übers blonde Haar. «Gell Andrew, Papi ist jetzt bei den Engeln», sagt Janine M.* (24) leise. «Ja. Baba. Engel», antwortet der Kleine.

Wie erklärt eine junge Mutter ihrem Söhnchen, dass sein Vater nie mehr heimkommt? «Ich bin froh, dass er noch so klein ist und es noch nicht richtig versteht», sagt Ja­nine M. «Denn ich begreife selber noch nicht einmal, dass mein Ehemann tot ist.»

André M.* aus Emmenbrücke LU wurde nur 31 Jahre alt. Er verunglückte letzte Woche tödlich. Bei der Einfahrt in den Sprengiplatz-Kreisel, wenige Minuten von seiner Wohnung entfernt, kommt er ins Schleudern, das Auto knallt in die Betonmauer. André ist sofort tot.

«Ich war am Schlafen, als mein Handy klingelte», erzählt die junge Witwe. Ihr Vater ist dran. «Er sagte, etwas Schlimmes sei passiert.»

Janine M. öffnet die Türe. Bei ihrem Vater stehen zwei Polizisten. «Da ahnte ich Böses. In der Wohnung haben sie mir gesagt, dass André bei einem Unfall gestorben sei. Für mich brach eine Welt zusammen. Er war alles für mich und meinen Sohn.»

Janine M. lernt André mit 17 Jahren kennen, bei einem Kumpel zu Hause. «Es war Liebe auf den ersten Blick – für beide!», sagt sie über den Hobby-DJ. «Wir kamen dann am 1. November 2005 zusammen, hatten da unseren ersten Kuss.»

Als Janine 22 ist, macht An­dré ihr einen Antrag. Am 23. April 2010 heiraten der Aussendienstmitarbeiter und die Sachbearbeiterin. «Ich war bei der Hochzeit im achten Monat», sagt Janine. «Wir freuten uns mega aufs Baby.»

Am 17. Mai 2010 kommt Andrew zur Welt. «Zwei Monate darauf zogen wir in eine grössere Wohnung. Die muss ich jetzt aufgeben», sagt Janine. «Ich kann sie mir nicht leisten – da André nicht mehr da ist. Wir wissen nicht, wie es weitergeht.»

An den Tag vor der Todesnacht kann sich Janine M. gut erinnern. «An­dré schenkte mir zum Valentinstag einen Coiffeur-Besuch. Am Nachmittag hatte er Termine und sagte mir um 14 Uhr ganz normal Tschüss. Ich habe ja nicht damit gerechnet, dass er nicht wiederkommt.»

Am Abend besucht André M. einen Verwandten in Beromünster LU. Gegen 1.30 Uhr macht er sich auf den Heimweg. «Vielleicht hatte es beim Unfall Glatteis», sagt die Witwe.

Der schwerste Gang für die junge Mutter und Söhnchen Andrew folgt morgen. Wenn ihr André zur letzten Ruhe gebettet wird. 

*Name bekannt

Kommentare (23)

  • Danni  Stufer , Schwinningen
    Unendlich traurig! Aber warum müssen unsere Kreisel auch immer mit Beton und Mist verbaut sein, statt übersichtlich zu sein, warum stehen dicke Bäume direkt am Strassenrand?!
    • 23.02.2012
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  • Adrian  Achermann , Lucerna
    Liebe Janine, es tut so Leid was Ihnen passiert ist, ich wünsche Ihnen viel Kraft und das gleiche auch für Andrew. Ich kannte André R.I.P sehr gut, er ging mit mir in die gleiche Schule Rey Schule er war ein guter Schullkollege, ich kann es immer noch nicht fassen, was passiert ist. Ich wünsche Ihnen und Ihren Sohn nur das Beste Schöne Grüss Adrian Achermann the Grizzly...
    • 23.02.2012
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  • René  Müller
    @Mariani. Wie es auch geschehen ist. Für die Witwe und den Sohn ist es Schrecklich. Noch schlimmer wird es für sie sein, wenn Alkohol im Spiel war. Aber lasst die Junge Frau doch jetzt in ihrer Trauer in Ruhe. Der Rest kommt noch früh genug.
    • 23.02.2012
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  • nicole  wild , emmenbrücke
    Wer den Ort kennt, weiss, dass das dort kein Kreisel ist....oder hat man im Kreisel Rechtsvortritt. Bei einem Seitenaufprall hat man bei km/h 50 kaum eine Chance das zu überleben. Alkohol hin oder her! UND an diesem Abend war es sauglatt. Mein Beileid der Familie.
    • 23.02.2012
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  • Rolf  Uster
    Janine es ist traurig was passiert ist ich sende Dir viel Kraft fürs weiterleben gruss rolf rickenbach luzern
    • 23.02.2012
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