Einsiedeln Mädchen in Babyklappe gelegt

  • Aktualisiert am 03.01.2012

EINSIEDELN SZ – Im Regionalspital Einsiedeln ist ein neugeborenes Mädchen in die sogenannte Babyklappe gelegt worden.

Am Freitag um 22:23 Uhr wurde im Regionalspital Einsiedeln ein gesundes Neugeborenes ins Babyfenster gelegt. Das kleine Mädchen bleibt vorläufig für weitere medizinische Abklärungen im Regionalspital. Die Vormundschaftsbehörde wurde umgehend informiert.

Es ist das fünfte Kind, das seit der Gründung im Jahr 2001 in die Babyklappe des Spitals gelegt wurde, so Meinrad Lienert gegenüber Blick.ch. Am 1. August 2008 war das letzte Mal ein Kind in die Einrichtung gebracht worden. Weitere Babys wurden im August und im April 2005 abgegeben. Das erste lag im September 2002 in der Klappe.

Ein Vormund übernimmt nun die Rechte und Pflichten des am Freitag abgegebenen Babys, wie sie im üblichen Fall den Eltern eines Kindes obliegen.

Hilfe für Mütter in Not


Das Babyfenster in Einsiedeln ist ein gemeinsames Projekt des Regionalspitals Einsiedeln und der Stiftung Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind (SHMK). Die SHMK leistet Beratung und Direkthilfe an Frauen, Paare und Familien, die durch Schwangerschaft, oder Geburt eines Kindes in Not geraten.

Das Babyfenster wurde eingerichtet als ein Hilfsangebot für extreme Situationen. Es soll helfen, eine Kindstötung oder Kindesaussetzung zu verhindern. Wenn sich eine Mutter in einer auswegslosen Lage befindet, hat sie mit dem Babyfenster die Möglichkeit, ihr Kind anonym in sichere Hände zu übergeben.

Bedenkzeit für Eltern

Die Mutter oder der Vater des Kindes hat das Recht, bis zum Vollzug der Adoption das Kind zurückzufordern. Dies unter der Bedingung, dass die Mutter- oder Vaterschaft zweifelsfrei festgestellt werden konnte und die Voraussetzungen für eine Aufnahme des Kindes gegeben sind. Eine Adoption ist nach einem Jahr Pflege und Erziehung durch die künftigen Eltern möglich. (zum/noo)

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Schweiz

Die Babyklappe in Einsiedeln ist umstritten. Zu Recht?»

  • 9% Ja, ein Baby anonym wegzugeben, geht nicht.
  • 86% Nein, manchmal ist die Not einfach zu gross.
  • 5% Weiss nicht.