LUZERN - LU - Den Luzernern gefällt ihre Stadt zwar, doch 66 Prozent stören sich am Verkehr. Road Pricing ist im Gespräch – aber der Stadtrat ist dagegen.
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Stau an der Haldenstrasse.
(Keystone)Staus, volle Busse während den Stosszeiten und zu viele gefährliche Stellen für Velofahrer – zwei Drittel der Luzerner sehen im Verkehr das grösste Problem der Stadt. Das zeigt eine repräsentative Umfrage, die Lustat Statistik Luzern im Auftrag des Stadtrats durchgeführt hat. 1000 Personen wurden diesen Sommer befragt.
54 Prozent wollen zur Lösung der Verkehrsprobleme mehr Geld für den Ausbau des Langsamverkehrs.
Immerhin plant die Stadt in den nächsten zwei Jahren Verbesserungen für Velofahrer an der Taubenhausstrasse, an der Bruchstrasse, beim Hirschengraben, zwischen Pfistergasse und Geissmattbrücke auf den alten Zentralbahn-Gleisen.
Auch für Busfahrer gibts Hoffnung: Die VBL wollen bis 2014 neun neue Doppelgelenk-Trolleybusse für die überlastete Linie 1 kaufen.
Ein Road-Pricing-System zur Lösung der Verkehrsprobleme, wie es die Grünliberalen in einem Postulat vorschlagen, steht derzeit aber nicht zur Diskussion.
Der Stadtrat sei der Strassenbenützungsabgabe gegenüber zwar positiv eingestellt. Doch damit sie in einem Pilotprojekt realisiert werden könne, müsste der Bund seine Gesetze ändern. Dazu sei dieser aber zur Zeit nicht bereit.
Sobald der Bund ein Projekt zu Road Pricing lanciere, werde man sich daran beteiligen, schreibt der Stadtrat.
Das zweitgrösste Problem der Stadt ist laut 19 Prozent der Befragten das Wohnungsangebot. Das haben die angenommenen Initiativen für zahlbaren Wohnraum und zur Industriestrasse deutlich gezeigt.
16 Prozent halten die mangelnde Sauberkeit für das grösste Problem, 12 Prozent die Finanzen. Danach folgen die Situation am Bahnhofplatz sowie die allgemeine Sicherheit.
Trotzdem leben 95 Prozent der Befragten gerne in Luzern. Die grösste Stärke sehen die meisten in der Schönheit der Stadt und der Umgebung, gefolgt von der zentralen Lage, dem Kultur- und Freizeitangebot und der überschaubaren Grösse.
84 Prozent der Befragten sind zufrieden mit dem Bildungsangebot. Nur zwei Prozent wollen in diesem Bereich sparen. Apropos sparen: Dazu ist die Stadt vielleicht bald gezwungen. Nur 44 Prozent würden laut der Umfrage einer Steuererhöhung zustimmen.
Die Ergebnisse der Umfrage fliessen nun in die Gesamtplanung des Stadtrats ein. (dhs/SDA)
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